<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?><?xml-stylesheet href="http://www.blogger.com/styles/atom.css" type="text/css"?><feed xmlns='http://www.w3.org/2005/Atom' xmlns:openSearch='http://a9.com/-/spec/opensearchrss/1.0/' xmlns:georss='http://www.georss.org/georss' xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'><id>tag:blogger.com,1999:blog-5445847976938424806</id><updated>2012-02-16T04:35:10.575-08:00</updated><title type='text'>Der Gute Mensch von Eimsbüttel</title><subtitle type='html'></subtitle><link rel='http://schemas.google.com/g/2005#feed' type='application/atom+xml' href='http://linkaundleise.blogspot.com/feeds/posts/default'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default?max-results=100'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://linkaundleise.blogspot.com/'/><link rel='hub' href='http://pubsubhubbub.appspot.com/'/><author><name>Linka Kl.</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05617641676600432225</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_c1NZXXWW7-0/SHJ6fljcBuI/AAAAAAAAAAM/UQbHD_pjniQ/S220/R0015594.JPG'/></author><generator version='7.00' uri='http://www.blogger.com'>Blogger</generator><openSearch:totalResults>30</openSearch:totalResults><openSearch:startIndex>1</openSearch:startIndex><openSearch:itemsPerPage>100</openSearch:itemsPerPage><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5445847976938424806.post-126902812490529272</id><published>2010-05-07T12:59:00.000-07:00</published><updated>2010-06-20T13:41:07.271-07:00</updated><title type='text'>Der gute Mensch hasst Fußball I</title><content type='html'>Es geht wieder los. Eigentlich hatte der gute Mensch ja so einen schönen Text über Fussball schon vor 12 Jahren geschrieben, dann vor 8 und logischer Weise auch vor 4.&lt;br /&gt;Damals hatte das aber noch keinen Live-Faktor, heute ja:, ich tippe gerade, während  andere anderen zuschauen, wie sie Fußball spielen und wie die Anderen anderen dabei zusehen, wie sie feiern. Vor acht Jahren lautete das Thema, es ist WM und haha, niemand hätte es je gemerkt, wenn nicht die Türkei es fast (?) bis ins Finale geschafft hätte. Vor 4 Jahren lautete das Thema: Mozartkugeln. Und in diesem Jahr gibt es ein Thema, aber es ist kaum gut oder besser zu formulieren als mit den Worten:&lt;br /&gt;Ich hasse Fußball.&lt;br /&gt;Ich meine nicht das Kicken, Trippeln, Zuspielen, 11-Meterschießen, Faulen etc.  auf dem Bolzplatz. Ich meine den ganzen Rest. Das reden über..., das schreiben über..., das Schreien an stillen und ansonsten wunderbaren Donnerstagen und Sonntagen. Die Megatröte "Uwe Seeler". Die "ihr-Baby-in-der-Sonne-schreien-lassenden-Nachbarn" mit dem Flachbildschirm im Hof. Den privaten Public-Viewing-Garten im Hellkamp (der war mir schon vor 8 Jahren aufgefallen, aber da hatten sich die überschweren Eimsbüttler Ureinwohner noch dezent zurück gehalten und nur den Hintern in den Garten gestreckt hielten, während drinnen TV lief).&lt;br /&gt;Ich hasse es, dass alle einen Kontinenten Afrika feiern, auf dem jeden Tag mehrer tausend Kinder an Hunger sterben. Ich hasse es, dass die Deutschen ihre Manschaft feiern und ich hasse es, dass sie sie fertig machen, sobald sie verlieren. &lt;br /&gt;Deutschland ist schwarz und weiß, genauso wie der gute Fußball in meiner Kindheit noch aussah, als er aus Sechseckchen genäht wurde und weder gold noch schwarz rote Farben trug. Und genauso bin ich. Wenn alle schwarz sind, bin ich weiß und vice versa. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vielleicht hätte ich meine Kindheit nicht im Schatten der HSH-Nordbank-Arena (damals noch "Volksparkstadion") verbringen sollen. Das hat meine Wahrnehmung von Fußball geprägt. (Da fällt mir übrigens gerade ein Titel für meine Biografie ein: Im Schatten der Hooligans.) Fußball hieß, Vater- und Sohn-Ausflüge ins Stadion, die einzig und allein in unserer Familie nicht stattfinden konnten, weil weder der Vater, noch der Sohn (mein Bruder) geeignet waren, dem klassischen Männerbild zu entsprechen. Es bedeutete, dass ich als Mädchen nicht im Bus oder Bahn nach Hause fahren konnte, weil man vor und nach Fußballspielen von besoffenen Männern drohte, zerquetscht zu werden. Einmal geriet ich mit meiner Mutter in so eine S-Bahn und sie stemmte sich gegen 20 junge Männekörper, um mich davor zu schützen, erdrückt zu werden. Seitdem sind wir bei Fußballspielen immer viel zu Fuß gegangen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Selbst vor 4 Jahren, als ich zum ersten Mal in meinem Leben überhaupt die Arme nach oben gerissen habe, weil "die Deutschen" eine Chance auf das Halbfinale hatten, gab es in mir sicher auch immer noch eine leise kleine Abneigung gegen das, was ich tat. Ich wurde nur von der Lust getrieben, etwas Verbotenes zu tun und das im Sommer. Und während sich die Anderen vor 4 Jahren der Nationallust öffentlich hingaben, wusste ich immer noch, was ich tat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber das hat sich wieder verloren. Wie sich die Themen, seit ich in der S-Bahn Richtung Stellingen eingequetscht war, verloren haben. Fußball-Lyrik-Wettbewerb 2006, Thema verschenkt. Anstieg der Frauen-Fanquote und weibliches Fanverhalten 2006 und 2010, Thema zu verschenken. Fußball liefert jede Menge verstörende Erkenntnisse. Und daher kann der Text in diesem Jahr auch nicht besonders schön werden, nur eben fertig.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5445847976938424806-126902812490529272?l=linkaundleise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://linkaundleise.blogspot.com/feeds/126902812490529272/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=5445847976938424806&amp;postID=126902812490529272' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/126902812490529272'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/126902812490529272'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://linkaundleise.blogspot.com/2010/05/der-gute-mensch-hasst-fuball-i.html' title='Der gute Mensch hasst Fußball I'/><author><name>Linka Kl.</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05617641676600432225</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_c1NZXXWW7-0/SHJ6fljcBuI/AAAAAAAAAAM/UQbHD_pjniQ/S220/R0015594.JPG'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5445847976938424806.post-5234506944637602830</id><published>2010-03-17T10:54:00.000-07:00</published><updated>2010-03-17T11:32:23.351-07:00</updated><title type='text'>Der Weg</title><content type='html'>Ich hätte nie gedacht, dass es funktioniert. Neben mir auf dem Tisch liegen drei Lebensratgeber, sie liegen – ein Bibliophiler zuckt jetzt zusammen – mit dem Buchrücken nach oben übereinander gestapelt jeweils an den beiden Doppelseiten geöffnet, bei denen ich stehen geblieben bin. Ich muss sie so stapeln, denn mein Schreibtisch ist sehr klein. Deshalb liegen auch die anderen Bücher, unter ihnen weitere Ratgeber, in der Wohnung auf verschiedene Orte verteilt. Die drei auf dem Schreibtisch haben mir, soweit wie ich beim Lesen gekommen bin, schon gute Dienste erwiesen. Ich habe z. B.  einen Kurs über Veränderung, einen über Kreativität im Job und einen über Organisation angefangen. Beim letzteren allerdings bin ich noch nicht wirklich weit in der Lektüre. &lt;br /&gt;Doch dass die anderen Ratgeber so gut funktionieren und bei mir anschlagen, hätte ich nie gedacht. Ich habe immer schon viel gelesen und auch vieles gleichzeitig, doch seit ich mit den Lebensratgebern angefangen habe, habe ich tatsächlich eine positivere Lebenseinstellung. Ich  habe drei Kilo abgenommen. Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben meinem Chef gegenüber ohne  „hinterum wieder gut machen“ Kritik geäußert. Und ich habe nun über mich gelernt, dass mir Veränderungen wie diese schwer fallen und dass dies ganz normal sei und ich mir keine Sorgen machen müsse. &lt;br /&gt;Mein Umfeld habe ich seit dem auch gleich mit verändert. Das ist ja immer so. Wenn es einem brandneu besser geht, dann möchte man dieses gleich an der ganzen Umgebung missionieren.  Das eben noch frisch gelesene „beachten Sie, was die Situation im Meeting wirklich erfordert, stellen Sie die für alle nervenaufreibende Selbstdarstellungen zurück, bleiben sie sachlich“ wird sofort ausprobiert, gleich beim nächsten Meeting. Welch ein Erfolg, wenn das Team aufgrund nur eines guten Geistes plötzlich neu motiviert ist. Dann sind Sie, pardon, dann also bin ich für diese gute Veränderung verantwortlich. &lt;br /&gt;Ich  und die Autorin des Lebensratgebers sollten stolz und froh sein, dass so etwas funktioniert und das eigentlich auf jedem Gebiet.  Ich bin im Erwerben neuer Erkenntnisse inzwischen  fortgeschritten und ich lege mich auch nicht auf eine einzelne Disziplin fest.  Bei mir in der Wohnung liegen zwei Bücher über das Schreiben eines guten Romans (Lesezeichen auf Seite 50 und 70), die oben erwähnten drei vom Schreibtisch (Seite 250, Seite 70, Seite 17), dann ein Buch über die chinesische Ernährung nach den fünf Elementen (darin springe ich ), ein Buch über Kundalini-Yoga (seit drei Jahren Seite 50), eins über die Intuition (Seite 90), eines über postives Denken (noch nicht angefangen). Außerdem besitze ich zwei Bücher über das Veröffentlichen von Büchern (beide durch), das Gründen eines Verlags (mal wieder Seite 50) und eine PR- und Pressefibel und mir fällt auf, auch hier bin ich ungefähr auf Seite 50. &lt;br /&gt;Doch ich schwöre mir selbst und das brauche ich gar nicht, ich werde alle Bücher fertig machen oder abhaken, weglegen, lesen oder vergessen. Ich werde mich nicht weiter mit ihnen belasten, sobald sie zu schwer werden und ich vergesse, was ich gerade nicht aufnehmen kann. Genau dieses Verhalten habe ich im Buch „Veränderung, der Weg zu die selbst“ gelernt. &lt;br /&gt;Samstags, wenn ich Zeit habe, mache ich einen Bummel durch die Buchhandlungen im Viertel und blättere in den Büchern, die mir ins Auge springen. Ich verspüre zwar den Wunsch, jedes Buch mit interssamten Titel zu kaufen, aber ich habe inzwischen gelernt, nicht jedem spontanen dringeden Kaufbedürfnis nachzugeben. Ich wähle aus. Ich belohne mich damit. &lt;br /&gt;Manchmal schlage ich dann doch einfach zu. Ich weiß jetzt schon wieder ein paar Titel, die ich mir kaufe, sobald ich meine Berge abgetragen habe. Auch wenn es noch Jahre dauert. Oositiv gedacht würde ich sagen, das ist der Weg. Und der Weg ist ja bekanntlich das Ziel.  Also, das Leben beginnt doch hoffentlich nicht erst hinter dem Ratgeber – Berg. Nein, es muss sofort da sein und nicht erst nach dem Buch „Glücklich in sechs Tagen“. Das war für mich übrigens auch ein sehr verlockender Titel. Das Buch liegt heute ganz neu auf meinem kleinen Schreibtisch. Ich versrpüre ein großes Bedürnis, es nachher schon einmal bis Seite 50 anzulesen. Schon auf den ersten Seiten beginnt es nämlich schon bei mir zu wirken. Als guter Mensch von Eimsbüttel kann ich Ihnen das Buch nur empfehlen! Und entschulidgen Sie, dass ich Sie heute sieze. Das hab ich mir von den Ratgebern abgeguckt.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5445847976938424806-5234506944637602830?l=linkaundleise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://linkaundleise.blogspot.com/feeds/5234506944637602830/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=5445847976938424806&amp;postID=5234506944637602830' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/5234506944637602830'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/5234506944637602830'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://linkaundleise.blogspot.com/2010/03/der-weg.html' title='Der Weg'/><author><name>Linka Kl.</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05617641676600432225</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_c1NZXXWW7-0/SHJ6fljcBuI/AAAAAAAAAAM/UQbHD_pjniQ/S220/R0015594.JPG'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5445847976938424806.post-1836384078081566040</id><published>2009-08-06T14:10:00.000-07:00</published><updated>2009-09-03T11:32:52.457-07:00</updated><title type='text'>Ein paar Regeln - zensiert</title><content type='html'>Man darf und das ist amtlich, mir als dem guten Menschen eine Reihe von Dingen über mich selbst mitteilen, die vielleicht nicht unbedingt grundweg positiv sind. Etwas anderes ist, wenn jemand - und ich sag das nur so ganz im Allgemeinen - also wenn jemand die Art, Weise und Dauer meines Kaffeekonsums kritisiert. &lt;br /&gt;Natürlich haben die Coffeegeeks unter den Lesern längst verstanden, dass der gute Mensch beim Kaffeehaustesten in erste Linie nicht so regelgeleitet und genau ist, wie ein gelernter Kaffeeverkoster. Und natürlich kann er den Anteil von Arabica im Espresso nicht rausschmecken, nicht im Verhältnis zum Robusta. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber will man das? &lt;br /&gt;Reicht es nicht aus, immer wieder beharrlich zu behaupten, dass einem inzwischen fast nur noch der eine Kaffee schmeckt, alles andere immer weniger und dieser Kaffee muss von Bino sein, möglichst sogar von ihm selbst hergestellt? Niemand anders darf nun kommen und dem guten Menschen in diese oder andere Kaffeerichtung drängen. Und da dies schon versucht wurde: Der gute Mensch hat hier nun endlich ein paar Regel aufgestellt, die ihn und sein Verhältnis zu Kaffee umschreiben. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Regel Nr. eins: Niemals dem guten Menschen sagen, sein Geschmack sei gewöhnlich oder gar langweilig, nur weil er auf die „schlampige Barmischung“ steht, die sein allerliebster und schlechtgelauntester Barista der Stadt ihm allmorgendlich aufbrüht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Regel Nr. zwei: Nur, weil der gute Mensch sich gegen allzu verbrannte, schlecht zubereitete, langweilige Arabica–Mischungen wehrt, heißt es ja noch lange nicht, dass er nicht probierfreudig ist. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Regel Nr. drei: Wenn es um den Geschmack, die Säure, den Körper und das Aroma des Kaffees geht, sollten ganz andere anfangen zu berichten, denn bei der Vielzahl von Anbaugebieten, der Pflanze, der Pflück-, Lagerungs- und Röstverfahren, der Mischung und dann schließlich bei den über 800 Aromastoffen, die aber auch erstmal entfaltet werden müssen und zwar in vorteilhafter Kombination, nicht der gute Mensch. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das musste mal gesagt werden. &lt;br /&gt;Für meine englischen Leser:&lt;br /&gt;If you ever found the one (coffee) you love, why keep on searching?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das sage ich auch dem guten vielleicht bald mal Ehemann ganz unverblümt (blumig ist übrigens auch ein Wort, mit dem man frisch aufgebrühten Kaffee beschreiben kann), der nachhaltig versucht, den guten Menschen mit seinem neu erworbenen Heimröstverfahren „umzudrehen“. Dazu übrigens später. &lt;br /&gt;Wahrscheinlich fürchtet er sich vor dem Stehitaliener, zu dem der gute Mensch allmorgens verschwindet, als gäbe es kein Zuhause. &lt;br /&gt;Oder aber, und das ist schon eher zu vermuten, er ist eben einer dieser Männer, die nicht locker lassen, bis sie die Formel des Glücks wirklich vollkommen geknackt haben. Und solange essen sie Frösche und probieren unreife Kaffeebohnen, alles nur, um herauszufinden, warum was wie ist. &lt;br /&gt;Aber wie immer kann der gute Mensch ja eigentlich gar nicht lange wirklich streng sein. Im frisch bezogenen Zimmer des guten vielleicht bald mal Ehemanns stehen drei Kaffeepflanzen am Fenster, die hat ihm der gute Mensch zum Einzug geschenkt. Eigentlich wohlwollend. Die Forschung soll man nicht aufhalten. &lt;br /&gt;Solange sie drei Regeln befolgt und nie, aber auch niemals den Ausflug des guten Menschen in Richtung Eimsbüttel und zu Mr. Bino Cafébar versucht zu vereiteln.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5445847976938424806-1836384078081566040?l=linkaundleise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://linkaundleise.blogspot.com/feeds/1836384078081566040/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=5445847976938424806&amp;postID=1836384078081566040' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/1836384078081566040'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/1836384078081566040'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://linkaundleise.blogspot.com/2009/08/ein-paar-regeln-zensiert.html' title='Ein paar Regeln - zensiert'/><author><name>Linka Kl.</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05617641676600432225</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_c1NZXXWW7-0/SHJ6fljcBuI/AAAAAAAAAAM/UQbHD_pjniQ/S220/R0015594.JPG'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5445847976938424806.post-5285481616857989407</id><published>2009-08-01T11:16:00.000-07:00</published><updated>2009-09-03T11:28:39.323-07:00</updated><title type='text'>Großer Lauschangriff</title><content type='html'>Es ist schockierend, was dem guten Menschen da zu Ohren gekommen ist:  Mr. Bino liegt im Krankenhaus wegen einer Magenspiegelung, die schlecht ausgegangen ist. Der gute Mensch fragt sich, wie das alles weiter gehen  soll mit Bino und dem besten Kaffee vom Eimbüttel. Er wird wohl länger im Krankenhaus bleiben. Seine Töchter haben ihm angeblich schon seine Bücher vorbei gebracht. Bino liest Bücher? Hätte man ja nie vermutet.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Jetzt von vorn: Der gute Mensch sitzt in der von Bino verwaisten Cafébar im Fenster und schaut trübselig in die unzuverlässige Sonne. Immerhin hat er heute einen Sitzplatz bekommen.  Die Ferien haben begonnen und da sich die Stadt von einem Tag auf den anderen entleert hat wie ein Kuhdarm,  ist wieder freie Platzwahl. Das Mithören intimer Gespräche fällt somit erstmal weg. Dabei ist es doch gerade das, woher der gute Mensch sein Wissen über die Eimsbüttler bezieht, darüber wie sie sich lieben, wie sie sich trennen, wann und warum. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;An manchen Einzelschicksalen hat der gute Mensch direkt Anteil genommen, z.B. an dem des Fotografen (es kommen morgens mehrere Fotografen zu Bino, weil nebenan Ateliergemeinschaften hausen, aber hier geht es vor allem um den einen, um den kommt man bei Bino als Frau sowieso nicht herum). Vor ein paar Jahren noch war er mit der blonden etwas quadratisch sprechenden Frau zusammen, man könnte sie „das Modell“ nennen. Damals hat der gute Mensch hautnah den Tag mitbekommen, an dem sie der Desigenerin, die einem morgens immer den Platz streitig macht, (über die Designerin schreibt man besser eine eigenen Kolumne) eröffnete: es sei vorbei. &lt;br /&gt;Was niemanden wunderte, denn der Fotograf hat unstete Augen, führt unstete Beziehungen und oft schon konnte der gute Mensch, wenn das Modell nicht bei Bino war, wohl aber der Fotograf, selbst ein paar Männergesprächen lauschen, in denen er sein allzu geflicktes Herz ausschüttete: er habe sich verliebt. Damals allerdings wollte der gute Mensch es gar nicht glauben, als die beiden dann tatsächlich fortan nur noch aufeinander schimpften und es wirklich vorbei war.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Inzwischen, übrigens, das ist neu, sind die beiden wieder zusammen, aber da ist der gute Mensch nicht so sicher, denn der Fotograf hat oft nichts besseres zu tun, als weiterhin Äugelchen in alle Richtungen zu werfen, auch in die des guten Menschen. Manchmal zweifelt der gute Mensch einfach an seiner Kombinationsfähigkeit von Informationen und denkt, er sollte bei Bino einfach nicht mitlauschen. Aber wie gesagt, das fällt jetzt weg, denn morgens sitzt man bei Bino quasi allein, nur draußen auf den Bierbänken hocken ein paar Leute. Wer gedacht hätte, Bino und seine Komparsen wären geldgierig, der irrt, insgesamt freut man sich hier darüber , dass Sommerzeit ist und das große Geschäft ausbleibt.  Und angesichts der zählbaren Kaffeetrinker unterhalten sich Binos Tochter und die gesammelte Belegschaft in den letzten Tagen ungeniert laut. Wenn der Chef nicht da ist, bricht alles zusammen, denke ich. Immerhin unterhalten sie sich über ihn, das ist auch der Grund, warum der gute Mensch bereits bescheid weiß über die Tragödie, ganz ohne Lauschen. &lt;br /&gt;Und nun fällt es einem plötzlich auch wieder auf: Seit ein paar Tagen kein Bino. Kein Singen im Keller, wenn er O-Saft presst, keine musikalischen Anflehungen an seine Frau „Maria“ (die ist übrigens bis Sonntag verreist, konnte man auch noch irgendwie mithören. Welch eine Kühle der Herzens, wo doch Bino nun so schlimm dran ist). &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ehrlich: Man hat ihn erstmal nicht unbedingt vermisst. Denn solange seine Töchter oder sein Barista den Kaffee genauso gut hinbekommen (was ihnen meist nicht gelingt, aber hier schmeckt es trotzdem noch besser als sonstwo auf der Welt), kommt der gute Mensch wieder. Aber was wird, wenn Bino den Laden nicht mehr halten kann, weil er von innen ganz zerfressen ist. Was ist, wenn Bino zumacht, aufgibt, verkauft. In erster Linie würde eine Ära zuende gehen, ein Lebensabschnitt, der so nicht enden sollte. Und gleichzeitig gilt dem guten Bino natürlich das gesamte Mitleid des guten Menschen von Eimsbüttel.&lt;br /&gt;Während ich mich langsam an den Boden meiner Tasse Latte trinke, hänge ich traurigen Gedanken nach. Viel fehlt nicht, und die Kastanie wirft schon ihre ersten Herbstblätter. Immerhin, ich hab ja ein paar positive Dinge in meinem Leben, die im Herbst passieren und zum Nikolaus soll das gute Baby kommen. Sicher ein riesiger Trost für den Verlust des lieben Binos. &lt;br /&gt;Und während ich so nachdenke ertönt unten aus dem Keller die altbekannte Stimme, häßlich wie immer und doch so unsagbar schön: Maria, Maria, ti volgio, ti amo. Und ich höre ihn die Treppen raufkommen in seine Cafébar, sonst dreh ich mich nie um, aber ich will seine Auferstehung nicht verpassen. Da steht er. Er sieht ganz gesund aus, gar nicht zufressen. Bino lebt. Und sein Magen ist auch in Ordnung, denn sonst würde er nicht singen. &lt;br /&gt;Ich hätte gewarnt sein müssen, wie oft hab ich mir hier schon verhört, wenn ich Gespräche mitlausche, die leisen und die lauten. &lt;br /&gt;Bino unterhält sich mit einem Gast über die Somjavascript:void(0)merzeit, das passiert sonst auch nie. Und diesmal verhöre ich mich bestimmt nicht: Bino kündigt dem Gast gerade an, dass er im späteren Sommer 2 Wochen zumacht, um auch einmal in den Urlaub zu fahren. &lt;br /&gt;Das hat es noch nie gegeben. Diesmal bin ich richtig schockiert. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hab ich es doch also gewusst: Es wird bald demnächst eine harte traurige Zeit ohne Bino und den besten Kaffee der Welt geben.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5445847976938424806-5285481616857989407?l=linkaundleise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://linkaundleise.blogspot.com/feeds/5285481616857989407/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=5445847976938424806&amp;postID=5285481616857989407' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/5285481616857989407'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/5285481616857989407'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://linkaundleise.blogspot.com/2009/08/groscher-lauschangriff.html' title='Großer Lauschangriff'/><author><name>Linka Kl.</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05617641676600432225</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_c1NZXXWW7-0/SHJ6fljcBuI/AAAAAAAAAAM/UQbHD_pjniQ/S220/R0015594.JPG'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5445847976938424806.post-5680708260580872438</id><published>2009-07-07T14:47:00.000-07:00</published><updated>2009-09-03T11:45:06.738-07:00</updated><title type='text'>Cleopatra in Berlin</title><content type='html'>Ah, Füße hoch. &lt;br /&gt;Rauf aufs Sofa meines guten Freundes, dem ich für ein paar Tage ins Berliner Exil gefolgt bin. Ich bin heute mehrmals über die Kanten von Berlins großen und aufgequollenen Gehwegplatten gestolpert. Wie das aussah, möchte ich gar nicht wissen. Es war jedenfalls nicht ungefährlich.  Meine Cleopatra – Sandalen sind zum Glück dabei heil geblieben. Die habe ich mir nämlich in Hamburg gekauft, die waren teuer im Vergleich zu den billigen Flip-Flopps für 5 Euro, die hier alle tragen. Doch obwohl es ja in den Medien anders propagiert wird, im Prinzip ist der Berlin Prenzlauer Berg doch ein teures Pflaster. Denn auf das Frühstück morgens am Helmholzplatz folgt später der vietnamnesische Thailänder von der Stargarder Straße. Nachmittags muss man sich in einer kleinen Ossi-Bäckerei dringend mit Kuchen versorgen. Abends wird dann gekocht und ins Kino. Das machen hier alle so. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich gebe jedenfalls enorm viel Geld aus. Am meisten für Kaffee. Aus Forschungsgründen habe ich mich hier auch schon durch mehrere Straßenzüge durchgetrunken. Bisher leider ohne Erfolg. Der Kaffee (d. h. Latte Macciato) in der Hauptstadt schmeckt grauenhaft. Ich lasse jeden Tag mehrere Gläser nach dem ersten Schluck stehen. Ich habe für morgen, meinen dritten Tag und vielleicht bald letzten Tag in Berlin, folgendes geplant: Wer mir sagen kann, wo in Berlin der Kaffee wirklich schmeckt, bekommt als Finderlohn 50 Euro. Das ist es mir Wert. Evtl. sogar ökonomisch. Ich werde heute Abend kleine Aushänge vorbereiten und die über die anderen Gebetsfahnen an die Laternen kleben.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;In jedem Fall möchte ich gern wissen, wie die vielen Berliner (ich zähle die Zugereisten aus Bielefeld, Winsen an der Luhe, Stuttgart und Eberswalde mit dazu, den Berliner an sich gibt es nicht) es mit diesem Kaffee aushalten. Zumal sie ja die meiste Zeit in den Cafés verbringen. Also anders als Jürgen uns Sabine, eines der Pärchen, die morgens täglich bei meinem Stamm-Stehitaliener in Hamburg Eimsbüttel auftauchen. Die gehen dann irgendwann wieder. Wahrscheinlich müssen sie arbeiten. Anders als am Prenzlauer Berg. Man bleibt sitzen. (Vielleicht liegt das auch daran, dass hier niemand Jürgen und Sabine heißt. Die Pärchen heißen hier Johanna und Joseph, oder Jana und Tristan.)&lt;br /&gt;Der Berliner an sich hat einfach besseres Sitzfleisch. Vielleicht kommt das von den vielen Buletten, die er im Laufe seines Lebens zu sich nimmt und die sich gleich als Fettschichten im Hintern ablagern. Aber halt, ich glaube ich verwechsel da etwas: ich habe hier in diesem Viertel noch keine Klopps gesehen. Vielleicht muss man da bis Marzahn, Weissensee oder Pankow fahren. Vielleicht trifft man dort dann auch wieder auf Sabine und Jürgen, obwohl ich eigentlich nicht scharf drauf bin, weder auf Jürgen und Sabine, noch auf die viele Vororte vor Berlin. Ich glaube, dort heißen Jürgen und Sabine auch eher Mike und Mandy. Dort ist dann auch der Kaffee noch schlimmer. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wegen Kaffee: Der Berliner an sich, klärt mich nun mein bester Freund auf, ist einfach hart im nehmen.  Und ich verstehe. Erstens hat er Sitzfleisch ohne Buletten und zweitens gestärkte Geschmacksnerven. Dass er auch tote Geruchsnerven hat, entnehme ich den immerwährenden Faulnissgerüchen in den Straßen, wenn es geregnet hat. Und trotz allem lässts sichs hier doch auch eigentlich sehr gut leben. Woher das Geld für die vielen Straßencafés kommt, weiß ich jetzt auch: Jeder, der sich am Prenzlauer Berg meldet und zuvor im Westen gelebt hat, erhält als Begrüßungsgeld 2000 Euro und ein monatliches Taschengeld vom Staat. Ein zusätzlicher Grund rüber zu machen. Auch für mich. Denn seit ich hier bin, beschäftigt mich der Gedanke der Neu-Existenz am Prenzlauer Berg. Nicht wegen Begrüßungsgeld, sondern wegen der Aufbruchstimmung. Ich habe nur ein paar Bedingungen: 1.  Man muss hier dringend einen Kaffeeausschank eröffnen, in dem der Kaffee schmeckt. 2. Die Jürgen und Sabines respektive Maik und Mandys müssen wieder aus den Vorstädten zurück in den Kiez geholt werden, damit die Viertelvielfalt erhalten bleibt. Denn The Prenzlauer Berg must nach wie vor be peopled. Obwohl es doch schon so voll hier ist. Und bevor ich als gestresste Plattenfirmenfrau ins Grab kippe und bevor die Menopause eintritt, bekomme auch ich noch einen weiteren Nachkommen, der dann den Sand hinterher werfen kann, wenn der gute Mensch seinen letzten Atemzug schon hinter sich hat. Damit ich nicht als Zombie zurückkomme und durchs Viertel geistere, ob in Hamburg Eimsbüttel oder in Berlin Prenzlauer Berg, wo die schiefen Gehwegplatten Cleopatra-Sandalen tragenden gute Menschen eines Tages vielleicht doch noch eher ins Grab befördern, als man möchte.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5445847976938424806-5680708260580872438?l=linkaundleise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://linkaundleise.blogspot.com/feeds/5680708260580872438/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=5445847976938424806&amp;postID=5680708260580872438' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/5680708260580872438'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/5680708260580872438'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://linkaundleise.blogspot.com/2009/07/cleopatra-in-berlin.html' title='Cleopatra in Berlin'/><author><name>Linka Kl.</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05617641676600432225</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_c1NZXXWW7-0/SHJ6fljcBuI/AAAAAAAAAAM/UQbHD_pjniQ/S220/R0015594.JPG'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5445847976938424806.post-5643374942215266521</id><published>2009-05-22T12:07:00.000-07:00</published><updated>2009-07-07T14:41:52.774-07:00</updated><title type='text'>Sehnsucht</title><content type='html'>Es gibt Tage, an denen der gute Mensch Mr. Bino meidet, wie ein Pestkrankenhaus. An anderen Tagem, weiß er nicht, ob er richtig wäre, Bino zu meiden. Und dann gibt es die Tage, an denen der gute Mensch es gar nicht abwarten kann, beim heimischen Stehitaliener seinen Fensterplatz wieder einzunehmen. Das sind die Tage der Sehnsucht. Und an manchen solcher Tage ist der gute Mensch ausgerechnet verreist.   &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jetzt sitzt der gute Mensch also inklusive Ehefreund immer noch auf der Insel. (Es gab überhaupt nur eine Möglichkeit, den Reiseunlustigen mit auf die Insel zu bewegen: Erpressung. "Wenn du nicht mitkommst, fahr ich eben alleine.") &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Allerdings, auf der Insel Hiddensee weht – obwohl Frühsommer, in diesem Jahr ein rauer Wind. Das ist dem Menschen früher gar nicht aufgefallen, vielleicht aber auch weil früher wieder einmal alles anders war. &lt;br /&gt;Aber egal wo man mit den Hiddenseern in Kontakt gerät: Sie haben gelernt, ihr Herz nicht an uns zu hängen und sie haben gelernt, den Fremden zu zeigen, dass sie ihr Herz nicht an die Hiddenseer hängen sollen. Die Kassiererin im Supermarkt und die Bäckersfrau, die mir morgens auch die Tasse Kaffee hinstellt, sie alle sind sich mit der Servicekraft im Fischrestaurant um die Ecke einig: die Touristen kommen so oder so, ob man ihnen Mecklenburger Spröde oder Gastfreundschaft entgegen bringt. Auch wenn man immer und immer wieder kommt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Besitzerin der kleinen "Alten Bäckerei" – inzwischen in ein Café umgewandelt – zum Beispiel. Bei ihr sitze ich fast jeden Nachmittag und esse Sanddorntorte. Und jedesmal teile ich ihr überschwenglich mit, wie gut ihr die (selbstgemachte) Torte doch gelungen ist. Aber ein Gespräch lässt sie sich nicht aufzwingen, ein Extra-Wort nicht erkaufen und nicht mit Kaffee ersaufen. Dabei hat sie meist, wenn der gute Mensch kommt, keine anderen Gäste zu bedienen, sondern steht wie ein kleiner Zinnsoldat hinter ihrem alten Bäckernsfrauentresen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Das ist eigentlich schade. Denn der gute Mensczh würde ja gern so viel von ihr, der alten Hiddenseer Bäckersfrau (eigentlich wahrscheinlich sogar Tochter) wissen: Wie ist es, ein echter Hiddenseer zu sein? Wie war es hier vor der Wende? Gibt es hier irgendwo eine kleine ganz preiswerte Hütte, die man vielleicht für 2 Monatsgehälter erwerben kann, um später daraus sein Traumhaus zu bauen? Hätte sie ein Geheimtipp, wo man den besseren Fisch kaufen kann, in Vitte oder in Kloster? Gibt es noch Bernstein am Strand? Macht sie den Sanddornsaft noch selbst und wenn nein, hat sie oder ihre Verwandten früher den Sanddornsaft selbst gemacht?&lt;br /&gt;Wie fühlt es sich an, in so einer kleiner reetgedeckten Kate zu wohnen und den ganzen Tag Touristen am Fenster vorbei ziehen zu sehen, die gierig danach sind, einen privaten Blick nach innen zu werfen? Wie fühlt es sich an, Tag für Tag fremden Gesichtern Brötchen zu verkaufen und zu wissen, die alle wollen etwas von einem, ohne etwas zu geben? - Außer Geld.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Beharrlich schweigen, wenn Fragen gestellt werden, das beherrschen die Hiddenseer genauso gut wie daheim Mr. Bino. Doch trotz seiner schlechtesten Laune ist es bei ihm im Vergleich zu der Hiddenseer Gastronomie immer noch irgendwie gemütlich. Und daher kann der gute Mensch es kaum abwarten, den Zug wieder in Richtung Westen zu nehmen, den Fischen gute Nacht zu sagen. &lt;br /&gt;Das nächste Mal wird auf die Kämpfe mit dem Reiseunlustigen verzichtet und einfach gar nicht hinfahren. &lt;br /&gt;Oder sagen wir so: Es gibt Tage, da möchte man die Insel meiden, wie Mr. Bino. Aber die Sehnsucht wird wieder wachsen, sobald wir uns von ihr entfernen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5445847976938424806-5643374942215266521?l=linkaundleise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://linkaundleise.blogspot.com/feeds/5643374942215266521/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=5445847976938424806&amp;postID=5643374942215266521' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/5643374942215266521'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/5643374942215266521'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://linkaundleise.blogspot.com/2009/05/es-gibt-tage-denen-der-gute-mensch-mr.html' title='Sehnsucht'/><author><name>Linka Kl.</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05617641676600432225</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_c1NZXXWW7-0/SHJ6fljcBuI/AAAAAAAAAAM/UQbHD_pjniQ/S220/R0015594.JPG'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5445847976938424806.post-4161389772580030422</id><published>2009-05-06T14:09:00.000-07:00</published><updated>2009-05-06T14:19:04.222-07:00</updated><title type='text'>Der gute Mensch auf Hiddensee</title><content type='html'>Hiddensee hat seinen ersten Coffeeshop eröffnet. Das weiß ich daher, weil ich gerade darin sitze. Für mich ist das neu, weil ich schon länger nicht mehr im Urlaub und schon gar nicht mehr hier war. &lt;br /&gt;Natürlich ist das nur der Coffeeshop für Arme, eine Bäckerei mit Stehtischen. Aberr die typische Bank an der Wand zeugt von der Entscheidung des Besitzers, es den Städtern jetzt einmal so richtig nachzutun. &lt;br /&gt;Natürlich reicht eine Bank mit billig braunen Kunstleder nicht unbedingt, um hier etwas aufzuziehen, was man mit dem stätditschen Coffeeshop und schon gar nicht mit dem schredderigen Stehitaliener Mr. Bino, bei dem ich zuhaus in Hamburg Eimsbüttel morgens immer meinen ersten Kaffee trinke, vergleichen. Denn zum Coffeeshop gehört, dass man es eilig hat und hier hat es niemand eilig. &lt;br /&gt;Und so ist es hier doch nicht viel anders als in einem billigen Stehcafé - wie früher bei Tschibo, wohin mich meiner Mutter mitnahm. Als Entschädigung für diese für mich unerträgliche Situation zwischen den großen Beinen, durfte ich auf der unteren Stufe des Zweiteiligen Bistrotisches einen Kakao trinken, aber auch nicht immer, denn meine Mutter war sparsam. Natürlich war das damals auch nicht gerade stressfrei, denn schließlich wurde man als Kind von den großen Menschen in so einem Kaffeeausschank von Tschibo weder beachtet noch bemerkt, so dass ich mich oft mit dem  Gesicht auf Kopfhöhe eines Männerhinterns befand. Die Hintern gehörten den Rentnern und das sind auch die, die heute das Hiddenseer Stehcafe bevölkern. Rentner, die Vorreiter der Deutschen Coffeeshop-Kultur. &lt;br /&gt;Der Kaffee schmeckt hier auf Hiddensee übrigens scheußlich, aber das war nicht anders zu erwarten.  Oben dröht Antenne Mecklenburg-Vorpommern aus dem unsichtbar angebrachten Lautsprecher.  Kaum zu verstehen, warum ich mich heute morgen aus der Ferienwohnung weg geschlichen habe, unter dem Vorwand, Brötchen und Marmelade für das Frühstück zu kaufen (und dabei hatte ich schon meinen Platz auf dem billigen Kunstleder im Visier). &lt;br /&gt;Bei mir ist das einfach so. Sobald der Morgen graut, muss ich mal raus, wegen der Inselluft und um den typisch unvermeidlichen morgentlichen Abläufen zu entfliehen. Das Gute hier ist nämlich, dass ich die Gespräche der Hiddenseer Rentner mithören kann. Das zerstreut mich, bringt mich auf andere Gedanken und liefert mir frischen Schreibstoff für mein Gutmensch-Tagebuch. &lt;br /&gt;„Stell dir vor, du wärst jetzt tot, welchen Kranz würdest du nehmen?“ Sowas kriegt man hier mit. Ich vergaß zu erzählen, dass der Bäckerei-Coffeeshop gleich in den Supermarkt übergeht, der sogar im Mai  Friedhofskränze im Eingang und als Angebot liegen hat. Und weiter: &lt;br /&gt;„Ich würd den roten nehmen“, sagt die angesprochene Frau. "Ihn mit dem weißen finde ich schön, den würde ich nehmen." Das sagt die Nächste, die vorbei kommt. Auf der Insel kennt man sich. Aber nur in der Vorsaison. Eigentlich ganz so wie morgens bei Bino, meinem Coffeeshop in Hamburg Eimsbüttel. Auch da kennen sich die anderen untereinander und ich hör immer die Gespräche mit, nur meistens nicht über Grabkränze, sondern über irgendwas mit Medien und wie gut es einem gerade wirtschaftlich geht. Noch eine Kostprobe:  &lt;br /&gt;Ein Rentnerpärchen, höre ich,  war gerade bei der Inselärztin, dem Mann wurde Blut abgenommen. Sie bestellen zwei Becher Kaffee und zwei Streuselschnecken. &lt;br /&gt;"Wir kommen jetzt jeden Tag her", sagt die Frau. "Dann ist man schneller mit allem fertig." &lt;br /&gt; Schneller fertig, sie meint wohl Frühstückmachen, Frühstückessen, Frühstückwegräumen. Bei ihr ist die Idee des Coffeeshops voll aufgegangen, sie hat es verstanden. Ihr Mann – ein echter alter Hiddenseer, schaut sie mit toten Dorschaugen an. Ob sie ihn früh morgens nochmal überreden kann mitzukommen, bezweifel ich. Er sperrt sich. Für ihn ist zuhause der Coffeeshop, wenn dort die Frau bedient. Fragt sich noch, wie lange. Wir Frauen kennen ja unsere Tricks,  um den Männern schon morgens zu entkommen, ob Rentner oder nicht: "Ich geh mal eben Blutabnehmen", kann sie ihm in den nächsten Tagen morgens als Vorwand auftischen. Dann werde ich sie hier bestimmt wiedertreffen und mit ihr und einer Tasse Filterkaffee auf den Hiddenseer Coffeeshop anstoßen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5445847976938424806-4161389772580030422?l=linkaundleise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://linkaundleise.blogspot.com/feeds/4161389772580030422/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=5445847976938424806&amp;postID=4161389772580030422' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/4161389772580030422'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/4161389772580030422'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://linkaundleise.blogspot.com/2009/05/der-gute-mensch-auf-hiddensee.html' title='Der gute Mensch auf Hiddensee'/><author><name>Linka Kl.</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05617641676600432225</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_c1NZXXWW7-0/SHJ6fljcBuI/AAAAAAAAAAM/UQbHD_pjniQ/S220/R0015594.JPG'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5445847976938424806.post-3420225247107925790</id><published>2009-05-02T11:57:00.000-07:00</published><updated>2009-05-02T12:02:11.654-07:00</updated><title type='text'>Mein Freund hat immer Recht</title><content type='html'>Jedes Gespräch mit meinem Freund beginnt und endet damit, dass er Recht hat. Seitdem ich das gemerkt habe (es dauerte nur ungefähr 1 ½ Jahre, aber Gott sei Dank, ich habe es endlich gemerkt), reden wir nur noch selten miteinander, zum Beispiel beim Essen.&lt;br /&gt; „Mmhe du mmhm mal die Mmhmmmm mmmpffff?“.&lt;br /&gt; „Mmhppf“. &lt;br /&gt;Damit stehen wir sogar in der guten alten Tradition unsere Vorfahren, der Neadertaler. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da man die wirklich wichtigen Themen in einer Beziehung ja sowieso ersatzweise immer noch mit einer Freundin oder einem Freunde enthüllen kann, fehlt mir eigentlich auch nichts. Ich finde sogar, dass wir jetzt eine harmonische Beziehung führen. Als wir nun aber neulich zusammen auf mehrere Menschen gleichzeitig gestoßen sind und sie uns in ein Gespräch verwickelten, erkannte ich die Falle, die ich mir selbst gebaut hatte. Viel schlimmer nämlich, als dass mein Freund immer bei mir das letzte Wort haben musste („das heißt Lobotomie, nicht Lobtomonie, etc etc etc.“) war, dass er es nun auch anderen abverlangt. Schmerzgrenze erreicht!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das nächste Mal, als wir uns beim Essen gegenüber sitzen, will ich das Problem sogar einmal ansprechen. Dazu mache ich zuerst meinen Mund leer. &lt;br /&gt;„Dir ist bestimmt aufgefallen, dass sich zwischen uns in letzter Zeit einiges verändert hat“, beginne ich. &lt;br /&gt;Er blickt mich erstaunt an. &lt;br /&gt;„Wieso?“ fragt er und zum Glück ist sein Mund auch gerade leer. &lt;br /&gt;„Er wird doch noch immer schöner zwischen uns“, schwärmt er.&lt;br /&gt; „Ja, aber ist dir denn gar nichts aufgefallen, wir reden doch gar nicht mehr mit einander!“  &lt;br /&gt;„Und was tun wir jetzt“, wirft mein Freund auf den Tisch und beißt in seine Nudeln. &lt;br /&gt;Ich bin dankbar, dass er während des Kauens schweigt. So habe ich außerdem Zeit, ihm meine Argument vorzulegen. „Weißt du, es ist nämlich so, ich rede nämlich nicht mehr mit dir, weil du immer Recht haben musst.  Egal was ich mache und sage, immer bist du derjenige, der noch einen drauf setzt. Ich habe keine Lust, auf dein letztes Wort auch wieder eins drauf zu kleben, das ist mir zu doof und daher halte ich es für schlauer, gar nichts mehr zu sagen, aber das ist ja auch keine Lösung“. &lt;br /&gt;Mein Freund macht ein Gesicht, als würde er mich verstehen wollen. &lt;br /&gt;„Weißt du, wenn ich immer noch einen drauf setze, dann doch nur, weil ich dir helfen will, ich tu das nur für dich“.&lt;br /&gt; „Weißt du“, sage ich und jetzt kommt ein dummer Spruch, aber von dem weiß ich, dass er trifft, „gut gemeint ist nicht immer gleich gut gemacht.“ &lt;br /&gt;„Ist aber auch nicht schlecht“, ergänzt mein Freund die Ausführung. &lt;br /&gt;„Genau“, sage ich,  „das war gerade genau, was ich meine“. &lt;br /&gt;An dieser Stelle will ich mein Gesprächprotokoll im Präsenz unterbrechen. Ich will nur resümieren, dass ich diesmal nicht aufgegeben habe. Wir verlagerten das Gespräch vom Tisch zum Sofa, vom Sofa zum Bett. Ich versuchte ihm nachhaltig zu beweisen, dass er immer das letzte Wort haben muss, in dem ich einfach nicht aufgab und auf sein letztes Wort ein neues kommen ließ. Es dauerte drei Stunden und mein Freund schlief am Ende erschöpft auf dem Bett ein. &lt;br /&gt;Und wie immer behielt er das letzte Wort. In der Sekunde, bevor er einschlief und bevor ich noch etwas erwidern konnte, flüsterte er: „Nagut, wenn du meinst“.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5445847976938424806-3420225247107925790?l=linkaundleise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://linkaundleise.blogspot.com/feeds/3420225247107925790/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=5445847976938424806&amp;postID=3420225247107925790' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/3420225247107925790'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/3420225247107925790'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://linkaundleise.blogspot.com/2009/05/jedes-gesprach-mit-meinem-freund.html' title='Mein Freund hat immer Recht'/><author><name>Linka Kl.</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05617641676600432225</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_c1NZXXWW7-0/SHJ6fljcBuI/AAAAAAAAAAM/UQbHD_pjniQ/S220/R0015594.JPG'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5445847976938424806.post-2542411437205021890</id><published>2009-04-28T14:13:00.000-07:00</published><updated>2009-04-28T14:25:02.561-07:00</updated><title type='text'>Zu Gast in der Sternschanze  - Basil und der Mäusedektiv</title><content type='html'>Ich schaute nicht auf ihn, sondern auf seine Kinder. Kinder waren in dem Café, das ich diesmal in der Schanze testete, willkommen. Der Schanzen-Papi versuchte seine Jungs mit der Versprechung „Wir gehen gleich zum Spielzeugladen", zum Aufbruch zu bewegen. &lt;br /&gt;Ich war mir sicher, dass er außerdem versuchte, meinen Blick auf sich zu kanalisieren. Ich kategorisierte ihn flüchtig,  sah seine Kotletten, die Postbeatle-Frisur, den unrasierten Bart und die an ihm runterbaumelnde Tasche von "Freitag".&lt;br /&gt; Meine ungeteilte Aufmerksamkeit galt jedoch seinen zwei kleinen blonden Jungs, Basil hieß der eine und den anderen taufte ich „den Mäusedetektiv“. Mit den beiden war ich komplett ausgelastet. Der Typ übrigens auch. Aus irgend einem Grund setzten sich die Kinder nun statt "zu gehorchen", zu mir auf die niedrige Bank. &lt;br /&gt;Basil saugte an einer Hollunder-Bionade, der Mäusedetektiv hatte kein Getränk mehr. Er schlug sich jetzt auf die Seite des Vaters und wollte nun auch gehen. Die Haare der Brüder waren übrigens besonders, sie standen wie toupiert vom Kopf ab.  Vielleicht hatten sie den ganzen Vormittag im Kinderladen Wuscheln gespielt. Beide hatten außerdem kleine rauhe Stimmen, so als hätte sie das junge Leben, das sie führten, bereits grundlegend erkältet. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Vater wendete uns den Rücken zu und ging zur Theke, um zu bezahlen. Ich beobachtete ihn und die jungen Mädchen, die hier arbeiteten. Bei ihnen schien die Sache mit dem postmodernen väterlichen Charme zu funktionieren. Er lachte mit ihnen, wahrscheinlich Studentinnen, in jedem Fall wesentlich jünger als er.  &lt;br /&gt;Vielleicht muss ich dazu sagen, dass ich Männer mit Kindern unterwegs deswegen nicht übermäßig anlächel, weil ich ihnen nicht unbedingt Grund geben möchte von sich zu denken: Und die will auch ein Kind von mir.  Ich habe einmal irgendwo gelesen, dass Männer den sozialen Stand als Vater nur allein deswegen durchhalten, weil sie von der Gesellshaft dafür unverhältnismäßig mehr Anerkennung bekommen. Sprich von den Omas, von den eigenen Müttern, den Schwiegermüttern, den Mamas, ihren Freundinnen etc. Das scheint mir irgendwie ungerecht, zumal ich ja selbst ein Kind ausbrüte, man sieht es kaum.&lt;br /&gt;Der Besitzer des Cafes, der dem Kotletten-Vater einen guten Zwilling abgegeben hätte, kam aus den privaten Räumen hinein ins Café  und begann die hintere Sitzgruppe aufzuräumen, die soeben von einer Gruppe junger Frauen mit drei Kinderwagen verlassen worden war. Er verschob die Sofas, stellte die Blumen um. Ich konnte nicht wirklich sehen, ob er Ordnung machte, oder ob er versuchte, die Mütteraura wieder aus dem Cafe zu vertreiben. Das war allerdings vergeblich.  &lt;br /&gt;Es quollen schon wieder neue Mütter herein, sie steuerte mit drei Kinderwagen auf die eben aufgeräumte Sofaecke zu.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Der Flirt-Papi kam nun zur Bestandsaufnahme zurück zu uns. Die Kinder hatten mir übrigens keinen einzigen Blick gegönnt, während sie mir auf der Bank  mehr und mehr auf die Pelle rückten und schon fast auf meinem Schoß saßen. Ich überlegte kurz, ob ich die beiden zusammenfalten sollte. Dabei schenkte ich zum ersten Mal dem Papa einen kleinen Blick, aber das nur aus Gründen der Menschlichkeit. Der Mäusedetektiv hatte seinen kleinen Bruder Basil inzwischen überredet, die Bionade stehen zu lassen. Sie schmeckte dem Kleinen wahrscheinlich eh nicht.  Das Bestechungswort des Großen lautete Legoauto, das der Kotletten-Vater  mit "Na mal sehen" kommentierte. "Du hast es versprochen", heizte der Mäusedektiv mit rauher Stimme die Diskussion an.&lt;br /&gt;„Ich habe gesagt Spielzeugladen, das heißt nicht, wir kaufen den ganzen Laden auf", redete sich mein Vater raus.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich fragte mich, was die Mutter der beiden toupierten blonden Jungs wohl gerade machte. Jetzt, wo sie ohne Kind war.  Arbeiten, sich endlich mal ausruhen, studieren, vielleicht traf sie sich mit ihren Freundinnen. Vielleicht flirtete sie jetzt gerade irgendwo. War sie entspannt, wusste sie ihre Kinder in guten Händen bei einem Mann, der diese mit Spielzeug aus dem Kaffee lockte? Sie war bestimmt froh, ihre kleine Familie losgeworden zu sein. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Basil und Bruder standen nun auf ohne sich von mir zu verabschieden und gingen zur Tür. Vor der Tür fassten sie sich an die Hand. Der Vater öffnete sie. Brüderchen und Brüderchen verließen das Café. Der Vater schaute sich zum Abschied noch einmal um und nun fing ich doch noch seinen Blick auf und wir beide belächelten uns vieldeutig. Er: Na endlich nimmst du mich wahr, ich bin eben doch super attraktiv. Ich:  Ich tu das alles nur für deine Freundin, die Mutter von Basil und dem Mäusedetektiv. Damit du morgen wieder motiviert bist, mit deinen beiden Söhnen raus zu gehen. Wer weiß, ohne die Anerkennung als echter Sternschanzen-Papa würde er bestimmt einen Gutverdienerjob vorschieben, der ihn von jedem Kontakt mit den Kindern befreit und die ganze Erziehungsarbeit der Frau überlässt. Wer würde Basil dann das Legoauto kaufen? &lt;br /&gt;Da plötzlich drehten sich die beiden Jungs noch einmal um und winkten mir mit der frei geblieben Hand zu ohne sich loszulassen. Sie wussten eben doch genau, wem sie das Legoauto zu verdanken hatten.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5445847976938424806-2542411437205021890?l=linkaundleise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://linkaundleise.blogspot.com/feeds/2542411437205021890/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=5445847976938424806&amp;postID=2542411437205021890' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/2542411437205021890'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/2542411437205021890'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://linkaundleise.blogspot.com/2009/04/zu-gast-in-der-sternschanze-basil-und.html' title='Zu Gast in der Sternschanze  - Basil und der Mäusedektiv'/><author><name>Linka Kl.</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05617641676600432225</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_c1NZXXWW7-0/SHJ6fljcBuI/AAAAAAAAAAM/UQbHD_pjniQ/S220/R0015594.JPG'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5445847976938424806.post-5441943417774056609</id><published>2009-04-18T02:21:00.000-07:00</published><updated>2009-04-18T02:29:33.971-07:00</updated><title type='text'>Möwe II</title><content type='html'>Seitdem mein Freund zu mir gezogen ist, gibt es keine Aussicht mehr auf gemeinsamen Urlaub. Jeder meiner Vorschläge wird abgewogen. „Bei dir wohnen, ist wie Urlaub“, sagt er. Außerdem ist es billiger. &lt;br /&gt;In Wirklichkeit jedoch ist er noch nie gern in den Urlaub gefahren. Und da ich von Anfang an immer genau hingehört habe, was er von sich erzählte, weiß ich das eigentlich auch schon. Aber ich hatte die Hoffnung, dass er mit mir anders würde. Jeder Mann und und jede Frau pflegt diesen Selbstbetrug, wenn er sich ernsthaft auf jemanden einlässt und das habe ich nun offensichtlich getan.  Und natürlich ist die ganze Wahrheit über das Urlaubsverhalten meines Freundes keinesfalls am Anfang unserer Beziehung offenbar geworden, denn damals war ein „gemeinsamer Urlaub“ die einzige Chance überhaupt ein paar Tage miteinander zu verbringen. Und aus diesem Grund ist er mir schon nach Hiddensee und ich ihm nach Holland, er mir in die Feldberger Seenplatte und ihm sogar bis nach Bielefeld gefolgt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber genug der Kompromisse und nur Spießer fahren überhaupt gemeinsam in den Urlaub!&lt;br /&gt;Ich brauche ihn ja auch gar nicht dafür. Ich kann nämlich schon alleine verreisen. Außerdem hat sein „Nagut, wenn du unbedingt willst, fahre ich doch mit“ Trotz in mir ausgelöst und ich habe alle meine Pläne aufgegeben. &lt;br /&gt;Wozu wegfahren, wenn in Eimsbüttel der Frühling ausgebrochen ist. Hier in der  kleinen Straße zwischen Eppendorfer Weg und Beiersdorf (wo die Luft nach Niveacreme riecht), weht im Moment so ein sanfter Frühlingswind. Und ein Pärchen Möwen hat sich auf dem gegenüberliegenden Hausdach niedergelassen.  Den ganzen Tag über sitzen sie auf Spitzdach und beobachten unseren grünen Innenhof. Manchmal heben sie zu einem Kontrollflug an. Vielleicht suchen sie Fischabfälle. Ich weiß es nicht. Sie haben sich hier in jedem Fall dauerhaft eingemietet und das Wasser an Elbe und  Ostsee  vermissen sie nicht. Im Gegenteil, es scheint ihnen richtig gut zu gehen. Morgens, wenn ich noch schlafe, besonders samstags, dann streiten sie sich um etwas und danach lachen sie so durchdringend, dass ich am liebsten mit einstimmen möchte, im Schlaf. Sie jagen dann wie junge Falken durch den Hof. Ich höre sie in der Luft segeln.  Es ist – wenn man so im Halbschlaf daliegt,  nicht besonders schwer, sich vorzustellen, dass irgendwo im Hof die Ostsee beginnt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mein Freund hat die Möwen auch bemerkt. Aber er hat da einen anderen Zugang:  Er versuchte sich mit ihnen zu unterhalten. Es ist für ihn gar nicht so einfach gewesen, die hohe Tonlage zu treffen. Allerdings – wenn Menschen wie Möwen rufen, ist das Ostseegefühl und auch sonst die gute Urlaubslaune vorbei.  &lt;br /&gt;Vielleicht habe ich nun genau aus diesem Grund beschlossen, doch wegzufahren. Und meinetwegen kann mein Freund („Möwe II“), dann auch mitkommen, wenn er nur niemals wieder Möwen imitiertet. Dann will ich lieber doch ein Spießer sein und so gebrieft als Pärchen verreisen. &lt;br /&gt;Und außerdem frage ich mich, warum sich die Möwen verirrt haben. Liegt es am Klimawandel oder sogar an der Weltwirtschaftskrise? &lt;br /&gt;Ich habe nun beim NABU angerufen und ihnen erklärt, wird hätten Möwen in der Hohenluft. Am anderen Ende saß auch ein guter Mensch und der hat gesagt: Unternehmen sie nichts. Wir schicken Ihnen gleich jemanden vorbei. Bis jetzt ist noch niemand gekommen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5445847976938424806-5441943417774056609?l=linkaundleise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://linkaundleise.blogspot.com/feeds/5441943417774056609/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=5445847976938424806&amp;postID=5441943417774056609' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/5441943417774056609'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/5441943417774056609'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://linkaundleise.blogspot.com/2009/04/mowe-ii.html' title='Möwe II'/><author><name>Linka Kl.</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05617641676600432225</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_c1NZXXWW7-0/SHJ6fljcBuI/AAAAAAAAAAM/UQbHD_pjniQ/S220/R0015594.JPG'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5445847976938424806.post-2124590694505168592</id><published>2009-04-15T12:02:00.000-07:00</published><updated>2009-04-15T12:03:42.514-07:00</updated><title type='text'>Der gute Mensch und das Mitleid</title><content type='html'>Die Bienen haben auf meinem Balkon ein kleines Nest gebaut. Es fällt mir schwer, den Hausmeister zu rufen, in den kommenden Tagen wird es sein müssen. Aber sie tun mir so leid!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Überhaupt tut mir heute alles leid. Meine Mutter, weil es ihr gerade zu heiß ist. Mein Chef, weil er einen Herpes bekommt, jedenfalls hat er angerufen und gesagt, er könne heute deswegen nicht kommen, was ich selbst nicht so schlimm fand. Mein anderer Chef tut mir auch leid, er tigert immer so durchs Büro, so als hätte alles keinen Sinn. Und ich mir selbst tu mir auch leid, weil ich als guter Mensch von Eimsbüttel, mehrfach eingebunden ins Leben, einfach manchmal selbst so sinnlos durchs Viertel tigere, weil ich mich noch bewegen will und dabei so rein gar nichts bewirke, nur die Blicke der anderen sonnenbebrillten Frauen auf mich ziehe, die ihre Kinderwagen schieben und das alles schon hinter sich haben.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Ich ja auch. Ich bin ja keine Erstlingsmutter, oh nein Gott bewahre. Ich hab das alles schon mal gemacht und mein Sohn tut mir auch leid, weil ich damals noch so jung war und dementsprechend unerfahren und soviel Fehler gemacht habe, wie Eltern nun mal machen. Und ich bin Mutter geworden, da war ich noch nicht einmal der gute Mensch von Eimsbüttel, sondern Studentin der Germanistik und Romanistik und als solche muss man stets mehrere Verbalkampftechniken mit sich führen und auch anwenden, wenn es darum geht zu erklären, warum um Himmels willen denn nun gerade diese Fächer studiert werden, schließlich wisse doch jeder, dass daraus nie ein Beruf wird. &lt;br /&gt;Also war in keinesfalls gut, aber ich hatte es natürlich schon damals vor, zu sein. Im übrigen hatte ich mit meinem Studium einigermaßen Glück. Irgendwann im 6. oder 7. Semester, also als ich gerade einmal angefangen hatten (heute wird man, glaube ich, nach dem 8. Semester automatisch exmatrikuliert), haben wir mal in Germanistik uns mit dem Thema Berufschancen auseinander gesetzt und eine Statistik erwischt, die nachwies, das Akademiker humanistischer Bildung bereits nach einem halben Jahr eine Aussicht auf einen festen Job, nach einem Jahr jedoch komplett in Lohn und Brot stehen. Darauf konnte ich mich mein ganzes weiteres Studium berufen – und es kamen noch so einige Semester dazu. Ich glaube in der Zeit, die ich studierte, macht man heute 3 x Bachelor und 2 x den Master – wenn man langsam studiert. Nochmal im übrigen: Die Statistik ging, was mich betrifft, vollkommen auf. &lt;br /&gt;Genau nach einem Jahr Studienabschluss war ich bei Papa Springer angestellt- wo ich noch 2 Jahre zuvor mit erhobener Hand auf einer Spontandemo vorbei marschiert war. Aber das muss ja keiner wissen, außerdem glaube ich an eine weitere interne Statistik, die ich selbst durchgeführt habe, als ich bei Springer anfing: Jeder zweite dort war auf genau dieser oder einer viel früheren Demo gegen das berüchtigte Verlagshaus dabei gewesen. Ich hab den Springer „übrigens“  hinter mir gelassen, wobei ich nicht weit gekommen bin auf dem Schachfeld und die „Kollegen“ mir irgendwie erhalten geblieben sind, wenn auch von der anderen Seite. &lt;br /&gt;Wahrscheinlich habe ich Ihnen damals  leid getan, als ich ging. Springer ist nämlich ein guter Arbeitgeber. Einer sagter Mal es sei wie eine Behörde, wenn man erstmal drin ist, ist man bis an sein Lebensende versorgt.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach Springer bin ich „übrigens“  bei dem einzigen Gutmenschen der Stadt gelandet, der mit dem Herpes. Ich hoffe nur für ihn, dass er sich bald wieder in den Öffentlichkeit zeigen kann. Ich hoffe, dass die Bienen von allein verschwinden. Und ich hoffe, das mein anderer Chef endlich wieder motivierter ist. Und ich hoffe, dass ich irgendwann demnächst einfach weniger Miteid habe. Dann sitze ich nämlich immer nur fürchterlich gelähmt auf meinem Sessel vor dem Computer und kann gar nichts tun. Außer schreiben.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5445847976938424806-2124590694505168592?l=linkaundleise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://linkaundleise.blogspot.com/feeds/2124590694505168592/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=5445847976938424806&amp;postID=2124590694505168592' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/2124590694505168592'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/2124590694505168592'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://linkaundleise.blogspot.com/2009/04/der-gute-mensch-und-das-mitleid.html' title='Der gute Mensch und das Mitleid'/><author><name>Linka Kl.</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05617641676600432225</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_c1NZXXWW7-0/SHJ6fljcBuI/AAAAAAAAAAM/UQbHD_pjniQ/S220/R0015594.JPG'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5445847976938424806.post-8513396758133527753</id><published>2009-04-07T12:09:00.000-07:00</published><updated>2009-04-07T13:52:45.570-07:00</updated><title type='text'>Ein Thema, das sein muss</title><content type='html'>Die Mundhygiene-Spezialistin bei meiner Zahnärtzin ist wahrscheinlich ein Single. Sie hat mir empfohlen, ich soll mit einer Spezialzahnbürste täglich, besonders abends 5 Minuten lang, das Zahnfleisch massieren. Dazu soll ich mich vor den Fernseher setzen. So etwas kann nur jemand vorschlagen, der allein lebt. Ich stelle mir das so vor: jeden Abend das selbe Ritual, egal wann ich schlafen geh: Zahnbürste rein, Fernseher an, massieren. Meinen Freund, der kürzlich in der selben Wohnung wohnt, wird das wahrscheinlich nicht groß stören. Und auf mein Sofa kann ich ja mit dem  was beim Zahnmassieren eventuell so raus läuft, auch soviel kleckern, wie ich will.  Dennoch gehört offen zur Schau gestellte Zahnhygiene nicht zu den Maßnahmen, mit denen ich meinem Freund sogleich am Beginn unseres schleichenden gegenseitigen Intimitätsverlusts zuvor kommen möchte. &lt;br /&gt;Doch dieser medizinisch gut gemeinte Tipp könnte noch viel weit reichendere und Schädigende Folgen haben: ich müsste mich nach den fünf Minuten wieder aus dem Fernsehprogramm schälen und ich weiß nicht, ob ich das leisten könnte.  Die Chancen sind hoch, dass ich bei   „Arte -  Besuch zu Esel im Nordjemen“ oder „ARD –  Tagesthemen“ oder sogar bei „Zimmer frei“ mit Christine (von der ich den Nachnamen nicht weiß) und Götz Alsmann hängen bleibe. Die Mundhygine-Frau wagt in diesem Sinne einen Anschlag auf meine gesunde kulturelle Gesinnung. Vielleicht ist sie doch kein Single, denn eventuell arbeitet ihr Mann beim Fernsehen und sie sorgt sich um die deutsche Fernsehquote.  &lt;br /&gt;„Sublimes Couple-Networking“ könnte man dann diese Form von Berufszweigverquickung nennen. Und sie selbst kennt die negativen Auswirkungen ihres Tipps gar nicht, da sie dann eventuell sogar selbst gar keinen Fernseher besitzt, so wie viele Menschen aus der Fernsehbranche. Und somit sind weder ihre Erotik, noch ihre Kultur und wahrscheinlich auch nicht ihre Zähne in Gefahr – denn die kann sie sich ja zur Not mit ihrer Spezial-Wasserstrahl-Behandlung wieder herrichten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als guter Mensch von Eimsbüttel bin ich jetzt quasi dazu verpflichtet mich zu fragen, ob ich im Laufe meines lagen und vielfältigen Arbeitstages ähnlich schwerwiegende Empfehlungen ausgebe, z.B. wenn ich die ein oder andere Scheibe empfehle. Aber da sei Gott vor,  die Musikindustrie ist und bleibt sexy, nützt der Volkswirtschaft und bringt keine Paar auseinander. Außerdem noch kulturell hochwertig, zumeist jedenfalls.  An mir soll es dann also nicht liegen, wenn die Menschheit abstumpft und ausstirbt. Ich tu was für die allgemeine Erotik. Daher kann ich meine Zähne leider nicht wirklich vor dem Fernseher pflegen.  Das wird meine Mundhygiene-Frau  bestimmt verstehen. Dann schon lieber gar nicht. Ich will doch nicht, dass wegen so ein bisschen Mundhygiene meine Beziehung in Gefahr gerät.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5445847976938424806-8513396758133527753?l=linkaundleise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://linkaundleise.blogspot.com/feeds/8513396758133527753/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=5445847976938424806&amp;postID=8513396758133527753' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/8513396758133527753'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/8513396758133527753'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://linkaundleise.blogspot.com/2009/04/ein-thema-das-sein-muss.html' title='Ein Thema, das sein muss'/><author><name>Linka Kl.</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05617641676600432225</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_c1NZXXWW7-0/SHJ6fljcBuI/AAAAAAAAAAM/UQbHD_pjniQ/S220/R0015594.JPG'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5445847976938424806.post-6769062799078286217</id><published>2009-04-04T00:43:00.000-07:00</published><updated>2009-04-07T13:00:23.779-07:00</updated><title type='text'>Ein Tag mit B und D</title><content type='html'>„Sie haben viel“, teilt mir die Frau im Dessous-Laden mit, ich suche ihren Blick, der etwas zu tief gewandert ist. Ich bin den Eppendorfer Weg in die falsche Richtung gelaufen, nämlich Richtung Eppendorf und ich bin offensichtlich im falschen Laden gelandet, das findet auch die Verkäuferin. Endlich schaut sie mich direkt an. Ihr Gesicht ist pockennarbig, so hätte man sie vor 100 Jahren beschrieben und vor 300 Jahren wäre sie königliche Hofliferantin in Sachen enges Mieder gewesen, während ich  eine der ersten Hauslehrerin (die heimlich Gedichte schreibt) dargestellt und sie mir bei der Begegnung in den lange Fluren von Sans Souci nicht einmal den Kopf zum Gruß gehoben hätte. Auch damals wären zumindest die Pocken in ihrem Gesicht adlig gewesen, heute aber sind sie sonnenstudiogebräunt, nicht dieser helle Farbton, der  gewöhnlich aussieht, sondern der dunkle Ton. Sie ist überhaupt ein dunkler Typus, sie hat schwarze kurze Haare, die ihr Gesicht als Bob umrahmen. Ihre Augen leuchten und bleiben dabei so kalt wie eine Energiesparlampe.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich weiß überhaupt nicht, ob Sie was bei mir finden“, sagt sie mir.&lt;br /&gt;Sie weiß, dass sie  meinen wunden Punkt trifft. Macht ihr das Spaß? Nein, sie ist völlig anteilslos, mitleidlos, so als müsste sie mich gleich operieren. Wenns nach mir ginge: Brustverkleinerung. Aber das wird sich in der nächsten Zeit nicht machen lassen.&lt;br /&gt;Früher war ich oft in solchen Läden im Eppendorfer Weg immer eine gute Kundin. Früher, als ich noch nicht „viel“ hatte, aber dafür insgesamt mehr Geld. 85 D, urteilt die flachbrüsitge Dessous-Händlerin, während sie mich nochmal genau abscannt. Immerhin scheint sie sich jetzt doch noch zu entschließen, mich zu bedienen. Sie beginnt in Kästen zu suchen, in denen nur sie wühlen darf. Sie braucht dafür Zeit und zeigt mir, wir schwer mein Fall ist. Ich durchstöbere ihre zarten Modelle von der Stange, aber sie teilt mir mit, dass nichts für mich dabei wäre, ich sage trotzdem: die sind aber schön.  Ich probiere was an, was sie aus ihrem Kasten gezogen hat und mir nicht allzu grausam erscheint.  Sie besucht mich zweimal in der Kabine. Wenigstens fragt sie vorher, ob sie eintreten kann und ich sage im fast bekleideten Zustand ja und strecke zum Trotz meinen gerundeten Bauch nach vorn.&lt;br /&gt;„Oh Gott, sie erwarten ja ein B.“, sagt sie. Genauso. Sie traut sich nicht, das Wort voll und ganz auszuformulieren, das scheint etwas zu sein, was sie nicht in den Mund nimmt. Früher hätte sie Frauen mit genau diesen Worten  das Korsett enger geschnürt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich nicke.  Die Schwangerschaft ist auch der Grund, warum ich noch im Laden stehe. Mein neuer Zustand macht mich mal heiß wütend, mal einfach nur phlegmatisch und das ist jetzt gerade der Fall.  Sonst wäre ich natürlich längst rausgelaufen.  &lt;br /&gt;Zum Glück kann ich auf 80 C runterhandeln. Aber sie prophezeit mir eine nahende Zukunft mit D,  E, F, das Alphabet hat viele Buchstaben, aber eigentlich hab ich die Buchstaben unseres Alphabets schon in der Sesamstraße immer irgendwie gemocht. &lt;br /&gt;Gott sei Dank kommen nun weitere Kundinnen in den Laden, die typischen Eppendorfer Freudinnen-Frauen. Beide Schulterlange glatte Haare, von einer Sonnenbrille gehalten. Auch sie haben Farbe im Gesicht. Die beiden Frauen  tragen simple aber saubere Baumwollshirts und Jeansröcke in verschiedenen Ausfertigungen kleben an ihren Körpern. Ich sehe sehr flache Brüste. Sehr flache Ballerinas. Die Verkäuferin wechselt opportunistisch das Lager.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich schaue ihr noch einmal nach. Sie hat mich vergessen. Ich ziehe eine Box nach der anderen aus dem Regal. Nehme mir mit in die Kabine, was ich kriegen kann. Ich probiere und häufe, es ist ein Miederfest, wie man es sonst nur werktags im entleerten Alsterhaus feiern kann, wenn die Verkäuferin gerade neue Ware auspackt. Und irgendwo in einer der Kistchen ist das Traumstück, auf das ich immer gewartet habe, hauchdünn, zart, fest, stabil. Der Ausgleich für „sie haben viel“, für das „B.“ und für das „D“.&lt;br /&gt;Ich pack das Ding und geh mit ihm an die Kasse. Die Verkäuferin wendet sich mir unwillig zu. Es gefällt ihr gar nicht, dass ich noch etwas gefunden habe. Aber genau dieses Missfallen macht sie offenbar blind für das Chaos mit den Kästchen.&lt;br /&gt;Ich bezahle und verlasse den Laden. Sie hat keine Zeit, sich zu verabschieden, sondern spielt wieder mit ihren Freundinnen, den beiden Comtessen. &lt;br /&gt;Ich geh die ganze Straße entlang, zurück in Richtung billigen Teil des Eppendorfer Wegs. &lt;br /&gt;Und je weiter ich komme, desto mehr schmeichelt mir mein Selbstbild in den Schaufensterscheiben. Bei Mamma Mia muss ich abbiegen, nördlicher werden. Und ein letzter Blick in den Spiegel der Pizzeria verrät mir, dass ich wieder ganz mit mir und meinem wachsendem B. und D zufrieden bin. Und das von A bis Z.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5445847976938424806-6769062799078286217?l=linkaundleise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://linkaundleise.blogspot.com/feeds/6769062799078286217/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=5445847976938424806&amp;postID=6769062799078286217' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/6769062799078286217'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/6769062799078286217'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://linkaundleise.blogspot.com/2009/04/ein-tab-mit-b-und-d.html' title='Ein Tag mit B und D'/><author><name>Linka Kl.</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05617641676600432225</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_c1NZXXWW7-0/SHJ6fljcBuI/AAAAAAAAAAM/UQbHD_pjniQ/S220/R0015594.JPG'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5445847976938424806.post-4870218415214824443</id><published>2009-04-03T10:46:00.000-07:00</published><updated>2009-04-03T10:59:42.402-07:00</updated><title type='text'>Ich muss mal wieder raus aus Rom</title><content type='html'>Freitag Nachmittag. Irgendeiner im April. Die Sonne ist seit ein paar Tagen herausgekrochen und  auch für die nächsten Tage hat Wetter.de nur Gutes prognostiziert. &lt;br /&gt;Halb Eimsbüttel ist auf den Beinen. Ich sitze bei mir zuhause und warte, bis der Nachmittag vergeht und die Menschen wieder zurück in ihre Häuser gehen. Eigentlich sollte ich ja auch raus, so wie all die anderen, aber ich kann irgendwie nicht. Es ist so wie früher, auf dem Kindergeburtstagen, wenn alle „ich ich ich“ schrieen und ich nicht. Wenn ich gelassen wartete, bis ich dran war, manchmal war das auch nie. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber etwas gelassen kann ich auch bleiben. Denn ich  hab heute sogar noch was vor, ein Alibi-Termin, sozusagen.  Aber erst später. Ich ertrage das Schreien der Eltern im Hof, das Brüllen der ersten Sommerhits. Aber als die Nachbarn ihren Grill rausholen, überkommt mich doch der Wunsch nach meiner mir eigenen Urbanität, ich schwinge mich auf mein Fahrrad und fahre durch die belebten Straßen. Überall sitzen die Leute in den Cafés herum, sogar auf den Stufen. Bei Mr. Bino sind alle Außenplätze jetzt für den Sommer vorbereitet, sogar ein Blumentopf ziert jeder Bierbank. Ich seh Bino von weitem und winke ihm müde zu, ich radle weiter. Er scheint verwundert. Heute hat sogar Bino bessere Laune als ich. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich umradle einmal mein Viertel, runter bis zur Sternschanze, hoch bis zum Langenfelder Damm. Ich finds unerträglich.&lt;br /&gt;Und plötzlich weiß ich, was mit mir los ist. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich muss mal wieder weg. Ich muss aufs Land. Mr. Kebab und Café May, Kaffee Kulturaum und natürlich mein geliebter Stehitaliener ADE.&lt;br /&gt;Statt fettarmen Döner will ich versalzene Pute vom Spieß. Statt Italienische Lebensart will ich ein kräftiges Bauernfrühstück. Die authentischer Einrichtung hier tausche ich ab sofort mit dem ebenso scheußlichen aber dafür ernst gemeinten Interieur meines Ferien-Bungalows in Meck-Pomm.  Das Musik-Buiz, meine gesammelten Nebentätigkeiten als guter Mensch von Eimsbüttel, mein anstrengender Job als Kaffeehausprüferin, all das muss ich dringend hinter mich bringen. Ich will den Filterkaffee einer Dorfkneipe. Statt Megahits auf dem Ohr, höre ich dort die Schlager vom NDR 1. &lt;br /&gt;Ich brauche eine Eimsbüttel-Pause. Ich will tags in der Sonne liegen (dort scheint immer die Sonne, egal was wetter.de sagt) und lesen. Auf meiner blauen Wolldecke. Ich will, dass der Hofhund bellt und ich, die Hundefeindin, werde mit ihm vielleicht einen Spaziergang in den Wald machen.  Ich rieche schon Harz und das lange Gras von der Wiese vor den kleinen Hütten. Zum ersten Mal an diesem Freitag bekomme auch in so ein Sonnenschein-Wochenend-Gesicht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mein Blick fällt auf ein kleines Café in der Müggenkampstraße, ich war hier mal vor Jahren.  Ich öffne die Tür und fasse auf einem Blick (das Café ist nicht größer als mein kleines Badezimmer) alle Gäste ins Auge, die schon vor mir auf die Idee gekommen sind, Cafés zu testen.  Es ist nett hier.  Gefallen tut mir vor allem die dicke Staubschicht auf der Zeitschriftenablage. Wie konnte diese  Staubschicht bloß so original dick entstehen, so als wollte sie sagen: Hier wird gelebt und nicht geputzt. Ich bin total neidisch auf soviel unnachahmlicher Authentizität. Dagegen ist es bei mir zuhause richtig sauber und klinisch und plötzlich bin ich froh, dass ich nochmal rausgekommen bin.  &lt;br /&gt;Ich bestelle einen Milchcafé bei dem super nett aussehenden Mann hinter dem Tresen.  Mein Kaffee kommt und ich kippe. Er ist ganz ok, doch bestimmt. So wie eben heute alles heute ganz ok ist, nur nicht richtig schön. Ich blättre ein bisschen in meinem elektronischen Kalender und wippe dabei mit dem Fuß den Reggae mit. In drei Wochen habe ich eine Woche frei. Da ist er, der grüne Fleck in meinem Kalender. Darauf strebe ich zu. Das ist meine Lichtung im Eimsbüttel-Dschungel. Oder mein Dschungel im Eimsbüttel-Dasein. Ich höre schon meine geliebten Hummeln, die mich, weil sie sich verirrt haben, besuchen werden, während ich auf meiner Decke liege und lese. Ich werde mit ihnen reden, aber mit Menschen nur das Nötigste austauschen.  Viel habe ich ja eigentlich auch sowieso nicht zu sagen. Verträumt schaue ich dem super netten Mann hinter der Theke entgegen, er bereitet gerade so einen super leckeren vegetarischen Döner-Ersatz.  Ade, du schönes Viertel denke ich, ich muss jetzt gehen, muss woandershin und leben. Und das Viertel antwortet nicht. Ich stecke meinen Kalender wieder dorthin, wo herausgenommen, ich zahle bei dem ach so netten Mann hinter dem Tresen. Dann verlasse ich das Café, Kneipentüren gehen nach außen auf, diese aber nach innen, und ich wende mich meinem Fahrrad zu. &lt;br /&gt;Auf dem Rückweg entdecke ich gleich drei neue Cafés, die scheinbar alle in der letzten Woche eröffnet haben. Überall sitzen die Plebejer in der Sonne. Im Moment kommt man da nicht mal zum Tresen durch, zum Getränkebestellen. &lt;br /&gt;Es gibt viel zu tun für den Guten Menschen von Eimsbüttel, den ersten und einzigen Kaffeehaustester der Stadt. &lt;br /&gt;Aber zuerst muss ich mal wieder raus aus Rom.&lt;br /&gt;Und das andre wisst ihr schon.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5445847976938424806-4870218415214824443?l=linkaundleise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://linkaundleise.blogspot.com/feeds/4870218415214824443/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=5445847976938424806&amp;postID=4870218415214824443' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/4870218415214824443'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/4870218415214824443'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://linkaundleise.blogspot.com/2009/04/ich-muss-mal-wieder-raus-aus-rom.html' title='Ich muss mal wieder raus aus Rom'/><author><name>Linka Kl.</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05617641676600432225</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_c1NZXXWW7-0/SHJ6fljcBuI/AAAAAAAAAAM/UQbHD_pjniQ/S220/R0015594.JPG'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5445847976938424806.post-7286121668087730285</id><published>2009-03-16T14:57:00.000-07:00</published><updated>2009-03-16T15:03:49.251-07:00</updated><title type='text'>Der gute Mensch und die schlechte Konjunktur</title><content type='html'>Wenn ich überlege, was ich für die Konjunktur tun kann, fällt mir spontan nur eins ein: Aus der GEZ austreten. Ich zahle seit 10 Jahren 204 Euro im Jahr an das staatliche Fernsehen. Macht insgesamt 2040 Euro. Davon hätte ich mit meinem Sohn 4 x in den Urlaub fahren können, natürlich nicht nach Kuba oder Fuerteventura, aber Mecklenburger Seenplatte und Fehmarn mit Doppelzimmer, TV  und Halbpension. Das Geld wäre im Land geblieben. &lt;br /&gt;Es gibt nur wenige, die die dreimonatige Abbuchung der GEZ nicht als Ärgernis in Kauf nehmen. Bei mir quetscht sie sich immer zwischen anderen unnötigen Konsumausgaben auf den Kontoauszug. Aber wenn ich überlege, dass mein Sohn von den 10 bezahlten Jahren vielleicht sogar 4 Jahre staatliches Fernsehen in Form von „Sesamstraße“ und „Die Sendung mit der Maus“  geschaut hat, dann kann ich natürlich nicht groß rückwirkend protestieren. &lt;br /&gt;Nein, ich zahle gern für Leistungen, die ich in Anspruch nehme. Sonst wäre ich schließlich nicht der Gute Mensch von Eimsbüttel. &lt;br /&gt;Aber inzwischen sind wir zu groß für die Sesamstraße. &lt;br /&gt;Zu sensibel für die hungernden Kinder aus der Tagesschau.&lt;br /&gt;Zu uninformiert für Anne Will. &lt;br /&gt;Zu gebildet für den arte. &lt;br /&gt;Wir gucken kein Fernsehen mehr, jedenfalls fast.&lt;br /&gt;Was erstaunlich ist: Dennoch sind wir irgendwie abgestumpft. Keine Ahnung, wer dran Schuld ist, auf jeden Fall nicht das Fernsehen, denn ich hab ja in den letzten Jahren gar nicht viel gesehen, nur noch 1 x in der Woche Freitags, das ist mein Enstpannungstag, da schau ich Kochshows.  &lt;br /&gt;Und seit Kerner nicht mehr kocht, hat das ZDF seine einzige gute Show verloren und ich habe mich ganz dem Privatfernsehen hingegeben. Ich gucke nur noch VOX und das Highlight ist, wenn „Das perfekte Dinner“, „Unter Volldampf“ und „Die Kocharena“ hintereinander kommen.  Die Werbepausen nutze ich wie jeder andere, um mir zwischendurch was aus der Küche zu holen, aber ich bleibe nicht zulange weg, denn ich schau mir Werbung stets intensiv mit Konzentration und Interesse an – das ist meine Bezahlung an die Sender! &lt;br /&gt;Und wenn ich dann plötzlich anfange Kinderschokolade oder Milchschnitte in den Einkaufswagen zu stopfen, Actimel und Müller Milch einkaufe, mich dann außerdem auf die Warteliste für den neuen Citroen CX 3 setzen lassen,  dann ersetze ich damit die GEZ und kann mir sagen, ich habe GEZahlt! Und die Konjunktur lächelt wieder wie die glücklichen Menschen, die Dank meiner Kaufkraft ihren unterbezahlten Arbeitsplatz nicht verlieren. &lt;br /&gt;Ich entbinde also die Öffentlich-Rechtlichen in Zukunft von der Pflicht, für mich ihren Bildungsauftrag zu erfüllen. Ich brauche sie nicht mehr.  Von mir aus müssen die Sender sich auch nicht mehr vor Reich-Ranicki rechtfertigen. Ist das nicht ein guter Deal? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Natürlich würde die GEZ sich wehren. Wer hat heut schon keine Fernseher, Computer, Radio, Autoradio? Sie würden sicher irgend ein gerät bei mir zuhause ertasten und mir dann doch noch die Strafsumme aufbrummen. &lt;br /&gt;Ich müsste mir am Telefon anhören (ich würde telefonisch kündigen), dass ich zunächst einmal asozial werden muss, damit ich nichts zu bezahlen brauche. Ich müsste mir außerdem anhören, dass es asozial ist, in der jetzt auf die Medienbranche zukommenden Konjunkturflaute die GEZ zu kündigen und einem beliebigen NDR-Redakteur Kopf und Kragen, oder aber zumindest den Sommerurlaub zu kosten. Ich würde mir selbst wieder vorhalten müssen, dass ich vielleicht doch nicht so ganz der gute Mensch von Eimsbüttel bin. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Würde ich das?&lt;br /&gt;Nein, diesmal nicht. Ich würde das nicht der GEZ gespendete, nicht vor dem Fernseher und dank des Fernsehers verfressene Geld nicht der deutschen Konjunktur schenken. &lt;br /&gt;Alles, was ich in Zukunft überhabe, geht direkt nach Afrika. Denn während ich keine Tagesschau mehr, aber immer noch meine Kochshows gucke, verhungern dort gerade wieder ein paar Kinder.&lt;br /&gt;Ich fülle sofort eine Spendenquittung aus, jetzt, im Internet. &lt;br /&gt;Und Sie, haben Sie schon GEZahlt?&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5445847976938424806-7286121668087730285?l=linkaundleise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://linkaundleise.blogspot.com/feeds/7286121668087730285/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=5445847976938424806&amp;postID=7286121668087730285' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/7286121668087730285'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/7286121668087730285'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://linkaundleise.blogspot.com/2009/03/der-gute-mensch-und-die-schlechte.html' title='Der gute Mensch und die schlechte Konjunktur'/><author><name>Linka Kl.</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05617641676600432225</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_c1NZXXWW7-0/SHJ6fljcBuI/AAAAAAAAAAM/UQbHD_pjniQ/S220/R0015594.JPG'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5445847976938424806.post-7882869551320140821</id><published>2009-03-10T13:16:00.000-07:00</published><updated>2009-03-14T10:57:09.951-07:00</updated><title type='text'>Wenn der Postmann 2 x klingelt</title><content type='html'>Wer es vielleicht noch nicht gemerkt hat: Der gute Mensch ist nicht wirklich immer gut. Bisher konnte man sich immerhin noch auf etwas verlassen:  Wenn der Paketbote im Haus klingelt, öffnet er die Tür, immer.  Auch wenn der Postmann 2 x klingelt. &lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Das Klingeln vom Postmann liegt übrigens an Frau Müller aus dem Zweiten.  &lt;br /&gt;Frau Müller und ihr Hund Bruno machen abends zusammen Teleshopping, aber tagsüber, wenn die Pakete ankommen, dann sind sie nicht da.  Unter den Kollegen von  Hermes, UPS, DHL und  GLS scheint es sich schon herumgesprochen zu haben, dass in unserem Haus rechts unten, wo auf dem Klingelschild steht:&lt;br /&gt;DER GUTE MENSCH VON EIMSBÜTTEL, BITTE KLINGELN&lt;br /&gt;alle Pakete angenommen werden.  Die machen sich inzwischen nicht mal mehr die Mühe, es woanders zu versuchen.  Frau Müller behauptet nämlich neuerdings steif und fest, wenn sie ein Paket bei mir abholt: ich war eigentlich da! Und dann fühle ich mir irgendwie schuldig, so als hätte ich dem DHL-Mann das Paket aus den Händen gerissen, um es bei mir im Flur zu stapeln, aber das hab ich natürlich nicht. &lt;br /&gt;Das Designer-Kastenregal im Flur  ist übrigens ideal für die Paktezwischenlagerung und ich habe es endlich eingeweiht,  bisher war es mit seinen unterschiedlich großen Fächern ja hinreichend unpraktisch, was selbst ich eingesehen habe. &lt;br /&gt;A propos eingeweiht - mein Freund findet, dass Regal sei jetzt zweckentfremdet. Ich finde nicht, dass es ihn etwas angeht, aber weil er demnächst bei mir einzieht,  will er wohl schon mal checken, wie er in das Leben des Guten Menschen von Eimsbüttel hinein passt und ob er auch etwas zu sagen haben wird.  Es fielen bei dem Gespräch auch andere Worte wie z.B.  „Schluss mit dem Paketbotenservice, man könnte ja denken, du hast was mit  denen, so oft die am Tag klingeln...“&lt;br /&gt;Ich blieb bei unserem „Streit“ übrigens diesmal ganz gelassen. Denn mir kam ein Artikel aus der taz oder im Magazin zur Hilfe, den ich gerade gelesen hatte: Wenn ein Paketbote sein Paket nicht zustellen kann, wird ihm etwas von den ohnehin nur ca. 50 Cent pro Paketauslieferungsgewinnspanne noch die Hälfte abgezogen. Er muss quasi dafür Strafe zahlen, dass Frau Müller und ihr Hund Bruno so selten da sind. &lt;br /&gt;Der Artikel hat bei meinem Freund geholfen. Er war geradezu missioniert. „Wir könnten ja bei Octopus oder IKEA noch so ein Regal kaufen und unseren Service auf die gesamte Straße ausbauen“, schlug er vor. &lt;br /&gt;Ich war ganz begeistert und manchmal frage ich mich, wer von uns beiden eigentlich der gute Mensch ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jedenfalls und obwohl er freiwillig von IKEA und OCTOPUS gesprochen hatte, die Idee mit dem Paketservice für die gesamte Straße lassen wir jetzt doch noch fallen.&lt;br /&gt;Das liegt alles an Frau Müllers neuem Fernseher.  Zuerst habe ich mich noch gefreut, dass ich ihr diesmal nicht nur einen Gefallen, sondern einen Riesengefallen damit tue, wenn ich das Paket annehme. Ich habe sie auch noch innerlich gelobt dafür, dass die mit dem Kauf von Elektro-Geräten die Wirtschaft ankurbelt und schließlich mit Hilfe von Teleshopping für Nachhaltigkeit (zugegeben eine ganz neue und ziemlich unökologische Form von Nachhaltigkeit) sorgt. &lt;br /&gt;Doch nun steht das TV-Paket drei  Wochen  bei mit im Flur. Er ist so groß wie eine Waschmaschine aus dem SB-Waschland und ebenso schwer. &lt;br /&gt;Die ersten zwei Tage sagte ich mir: wahrscheinlich ist sie verreist – aber das machte es für mich nicht schöner. Am dritten Tag habe ich bei Hermes angerufen und gebeten das Paket wieder abzuholen, koste es, was es wolle. Aber solange ich Hermes nicht die Kundennummer, den dritten Namen ihres Hundes oder das Geburtstdatum ihres Enkels nennen kann, wird mein Abholauftrag nicht ausgeführt. &lt;br /&gt;Also habe ich ein Plakat vor die Eingangstür gehängt, so dass Frau Müller es gleich sehen kann, wenn sie nach Hause kommt: FRAU MÜLLER,   HOLEN SIE SOFORT IHR PAKET AB! Ich gebe zu, es war nicht besonders freundlich, eben auf das zwingend Notwendige reduziert. Daher wurde es übrigens auch schnell wieder  abgerissen, ich weiß nicht von wem und ich habe auch keinen Verdacht, dafür aber einen Fernseher im Flur, der mir nicht gehört. Und man weiß ja, ist ja allgemein bekannt: Fernseher machen aggressiv und lethargisch. &lt;br /&gt;Bisher ist auch nicht mehr viel passiert in Sachen Paket. Nur: Dass es mich wütend macht, wenn ich es sehe. Sobald ich nach Hause komme, verpasse ich ihm einen Tritt, anders passe ich gar nicht durch die Tür. Wenn ich in die Küche will, schmeiße ich mich seitlich dagegen. Nachbarn, die ihre Pakete aus meinem OCTOPUS-Lager abholen wollen, kann ich nicht beliefern, weil der Karton davor steht. Er lässt sich übrigens auch zu viert kaum ein Stück bewegen. &lt;br /&gt;Die Nachbarn sind sauer. Mein Freund ist sauer. &lt;br /&gt;An dieser Stelle möchte ich einen Aufruf loswerden: Liebe Frau Müller, holen sie bitte ihr Paket ab. &lt;br /&gt;Es ist zwar unwahrscheinlich, dass sie Internetanschluss haben, aber falls sie mein Blog lesen, ich flehe sie an: Unternehmen sie etwas. &lt;br /&gt;Moment mal, ich muss eben an die Tür, ist heute schon das dritte Mal. Ich tippe auf einen Abschiedsbesuch des GLS-Boten. Er wird mir sicherlich mitteilen, dass er nun seinen Job verliert, weil ich keine Pakete mehr annehme. &lt;br /&gt;Aber nein, wen haben wir denn da. Frau Müller und ihren Hund Bruno. &lt;br /&gt;Frau Müller entschuldigt sich aufwendig für die Störung und als ich auf ihr Paket zeige, ist sie ganz verstört.&lt;br /&gt;„Ich war doch eigentlich da“, sagt sie. „Wie lange haben sie es denn schon?“&lt;br /&gt;Da ist es wieder, dieses "Gute", ich bring es nicht über mich, ihr die Wahrheit zu sagen.&lt;br /&gt;„Zwei Tage“, lüge ich. &lt;br /&gt;„Ach, sie Arme“, ruft Frau Müller und Bruno schweigt dazu. &lt;br /&gt;Später kommt ihr Schwiegersohn mit dem Enkel und holt das Paket. Es ist gar nicht so schwer, wie wir alle gedacht haben. &lt;br /&gt;Der Flur ist wieder frei. &lt;br /&gt;Ich entferne die letzte Pakete aus dem OCTOPUS-Regal und stelle sie vor die Haustür der dazugehörigen Nachbarn.&lt;br /&gt;Dann hole ich lauter unnütze Dinge, eine alte Stoffkatze, einen kaputten Kerzenständer und einen Stapel Servietten, das alles dekoriere ich in das Regal hinein. Es sieht gar nicht schlecht aus. &lt;br /&gt;Als es klingelt, öffne ich nicht die Tür. &lt;br /&gt;Es klingelt nochmal, dann hämmert es. Ich werde nie wieder der Post öffnen.&lt;br /&gt;Dann klingelt das Handy, mein Freund beschwert sich, dass ich ihn nicht reinlasse.&lt;br /&gt;„Ich sollte wohl beim Paketdienst anfangen, damit du endlich aufmachst", sagt er. Er weiß ja noch nicht, dass das Ende unserer Beziehung wäre.   &lt;br /&gt;Ich öffne und er bleibt gleich im Flur stehen. Dort erhalte ich eine ausführliche Rezension über die Regaldeko, u.a. wie überflüssig und obsolet alles sei, aus dem letzten Jahrhundert, nicht an die Moderne angepasst. &lt;br /&gt;Tja, sage ich ihm da. So ist eben der gute Mensch. Fast überflüssig und obsolet, und überhaupt nicht an die Moderne angepasst. Und noch nicht einmal richtig gut.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5445847976938424806-7882869551320140821?l=linkaundleise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://linkaundleise.blogspot.com/feeds/7882869551320140821/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=5445847976938424806&amp;postID=7882869551320140821' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/7882869551320140821'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/7882869551320140821'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://linkaundleise.blogspot.com/2009/03/wenn-der-postmann-2-x-klingelt.html' title='Wenn der Postmann 2 x klingelt'/><author><name>Linka Kl.</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05617641676600432225</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_c1NZXXWW7-0/SHJ6fljcBuI/AAAAAAAAAAM/UQbHD_pjniQ/S220/R0015594.JPG'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5445847976938424806.post-5259558688435364210</id><published>2009-02-25T11:54:00.001-08:00</published><updated>2009-03-10T13:46:33.578-07:00</updated><title type='text'>Mein Möhrenproblem</title><content type='html'>Über ein neues Thema habe ich etwas länger nachgedacht, aber mir ist einfach nichts eingefallen. Ich habe ein paar Tage vor mich hin sinniert, nicht viel gemacht, außer Fitness und mit meinem Freund „diskutieren“ was natürlich ein Euphemismus ist. Jetzt haben wir uns wieder vertragen. Und ich weiß, worüber ich schreibe. Ich  schreibe heute über Möhren.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Mein Freund hat mir das Thema ins Ohr gesetzt. Denn das mit den Möhren hat er geträumt. Heute Nacht. Heute morgen, als ich ihn mit der Erzählung meiner Träumen aufweckte (ich war ungefähr in der Mitte, als er richtig wach wurde) und er sich sammelte, da stieß er etwas von Möhren hervor. Er habe geträumt, sagte er entsetzt, dass er in einer meiner Küchentisch-Schublade, dort wo ich Kerzen und Essstäbchen und ähnliches Zeug aufbewahre, eine Möhrensammlung entdeckt habe. Wir schwiegen beide betroffen. Erstmal natürlich wegen der Symbolik.  Mein Freund will nämlich bald bei mir einziehen und hatte neulich wieder einmal über meine Hang zu kleinen Schubladen und dem, was ich drin aufbewahre, kritisch philosophiert und uns ist beiden längst klar, das Thema Schublade ist sozusagen die Sollbruchstelle unserer Beziehung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun also bewahrte ich angeblich Möhren in meinen Schubladen, was für eine Unordnung und nebenbei bemerkt – verflixte Unzucht! &lt;br /&gt;Ich rief: „Das hat nichts mit mir zu tun! Das ist dein dämlicher Traum! Und wenn du meinst, du könntest hier, wenn du einziehst, überall deine Möhren rumliegen lassen, dann hast du dich aber...“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich wollte schon aufspringen und nach Freuds Traumdeutung suchen, vor der doppelt und dreifachen Bedeutung seines Möhrentraums wollte ich keinesfalls die Augen verschließen. Aber die Traumdeutung – das fiel mir ein,  habe ich schon länger irgendwo verlegt, wahrscheinlich auch in einer meiner Schubladen. Ich war ratlos. &lt;br /&gt;Aber mein Freund lächelte mich plötzlich an und sagte, es sei doch alles ganz klar und man könne sich das doch auch schon so denken. &lt;br /&gt;"Gar nicht", rief ich. Da sprang er auf und kochte mir einen guten Kaffee und ich ich denke unsere Beziehung hat doch nocht eine Chance. Der Traum war wie weggewischt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich bin dann später einkaufen gegangen, unter anderem Möhren, die haben wir dann auch noch gegessen, so als müssten wir dieses Thema irgendwie gemeinsam bearbeiten. Später fuhr mein Freund zu sich nach Hause und ich zum Training. Mit fehlt richtig was, wenn ich nicht mindestens 3 Mal in der Woche ins Fitness-Studio gehe. &lt;br /&gt;Hier muss ich nicht nachdenken und das will hier auch keiner von mir und dafür komme ich her. Und ich dachte wirklich an nichts mehr, als ich mich nach einer längeren Aufwärmphase am Chest-Press niederließ, den Gewichtsstab in das für mich vorgeschriebene Gewicht schob und wieder nach oben blickte. Dort landeten meine Augen ausversehen  im Schritt des Mannes, der mir gegenüber auf der Hammer Autarc 1000 saß. Er hatte breit gespreizte Beine zu deren Zentrum er eine gewaltige Quer-Stange zog, wie locker ließ, zog, wieder locker ließ. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da fiel es mir wieder ein, mein Möhrenproblem und den Auslöser des Traums.&lt;br /&gt;Ich hatte meinem Freund nämlich vor allzu kurzem vom Innenleben des Fitness-Studios erzählt, dem Runterknallen der Gewichte, dem Stöhnen der Athleten (meistens Männer), dem Stammen und Knallen. Das alles würde mich an ein Hinterzimmer auf St. Pauli oder in St. Georg erinnern und ich hatte auch erwähnt, dass man bei den Männern, die hier ihren Upper Stomach, Lower Back und vor allem ihre Armmuskulatur trainieren, alle schwul seien, für mich also keine Gefahr, für ihn sowieso nicht, etc etc. Schließlich, als ich mich so richtig reingeredet hatte in eine Ecke, aus der ich nicht sehr schnell wieder raus kam, warf ich bei dem Gespräch – und ich dachte , das wäre meine Rettung gewesen, folgende diskriminierende Frage auf:  Darf eine Frau, die an einem Mann kein Interesse hat dahin schauen, wo seine Hose im Schritt am Engsten ist, besonders wenn er schwul ist und er an ihr auch kein Interesse hat und es aus Versehen ist und nicht beabsichtigt war?&lt;br /&gt;Mein Freund hatte sich bei diesem Thema anders als sonst nicht so streitlustig und gesprächig erwiesen und genau deswegen hatte ich es auch schon wieder längst vergessen – bis jetzt.  Vielleicht lag das einfach daran, dass ich zu oft hier her kam, ich habe wohl auch schon viel in den Armen und nix in der Birne. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mein Freund, der auch gut mit Sprache umgehen kann, hätte jetzt vielleicht als Schlusssatz geschrieben: Viel in den Armen, nichts in der Möhre.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5445847976938424806-5259558688435364210?l=linkaundleise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://linkaundleise.blogspot.com/feeds/5259558688435364210/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=5445847976938424806&amp;postID=5259558688435364210' title='3 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/5259558688435364210'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/5259558688435364210'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://linkaundleise.blogspot.com/2009/02/mein-mohrenproblem.html' title='Mein Möhrenproblem'/><author><name>Linka Kl.</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05617641676600432225</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_c1NZXXWW7-0/SHJ6fljcBuI/AAAAAAAAAAM/UQbHD_pjniQ/S220/R0015594.JPG'/></author><thr:total>3</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5445847976938424806.post-4864511749658749033</id><published>2009-02-21T11:19:00.000-08:00</published><updated>2009-02-22T12:01:10.979-08:00</updated><title type='text'>Der gute Mensch geht fremd</title><content type='html'>Heute bin ich mal wieder mit einem anderen Stehitaliener fremdgegangen. Bino, mein Stamm-Stehitaliener, wird das schon verschmerzen. Wer mich noch nicht kennt und es noch nicht weiß: Als Stehitaliner bezeichne ich die vielen kleinen Italienischen Geschäfte, in denen man Wein, Pasta, Pesto, teuren Käse und unerschwingliche Antipasti kaufen und an wackeligen Stehtischen Kaffee trinken kann. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am späten Vormittag zog es mich aus Eimsbüttel/Bezirk Eimsbüttel raus in die Sternschanze/Bezirk Eimsbüttel. Im Schulterblattt gibt es nämlich das beste Pesto der Stadt und damit wollte ich mich für meine guten Taten belohnen. Gleichzeitig, das gebe ich ungefragt zu, wollte ich für Bino ein wenig spionieren. Kocht sein Kollege im Schulterblatt vielleicht inzwischen den besseren Kaffee? &lt;br /&gt;Ich will es nicht zu spannend machen: Natürlich kocht nach wie vor niemand einen besseren Kaffee und ich war irgendwie beruhigt, als ich das feststellte. Zwar hing im Raum der besondere Kaffeezubereitungsduft und die Bedienung erinnerte mich irgendwie auch an „zuhause“ (die Tochter des Hauses knallte mir unbedarft ein Glas mit hellbrauner Flüssigkeit auf eine als Tresen eingesetzte Kühltruhe), aber der Kaffee schmeckte nach Metall und Erde und er ließ sich keinesfalls reparieren. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit mir war ein Mitte-Vierzig-Pärchen hereingekommen, beide in gepflegte graue Haare und Hardshells von "The North Face" gehüllt. Sie waren sogar vielleicht von der Art, die sich selbst ein Haus in Italienen leisten konnten. Ihre Bestellliste war endlos. Hinter einer richtigen Kühltheke stand die dicke Mamma (die Mutter von der Tochter) und füllte Riesenportionen Antipasti in große tiefe Plastikschalen. Je länger sie Mamma dabei zuschauten (ich hatte inzwischen meinen Caffè erhalten und längst wieder abgeschrieben) desto glücklicher waren ihre Gesten. In ihren Gesichtern spiegelte sich das Licht des Südens und aus ihren Ohren wuchsen bereits Zitronenbäume. Als sie genug südländisches Lebensgefühl getankt hatten, verabschiedete Mamma sie am Kühltresen und zeigte auf die Kasse, die natürlich jeder sehen konnte. Dort stand übrigens Pappa und hinter Pappa lagen die Körbe mit dem Brot und den Italienischen Croissants, die Begeisterung der beiden Kunden hielt an. Pappa verfrachtete alles in Plastiktüten und tippte schnell die verschiedenen Posten ein, während Mamma ihr italiniesches Lebensgefühl schon an den nächsten Kunden verkaufte. Aber plötzlich brach an der Kasse ein Tumult aus. „Nix“, sagte Pappa lauter als nötig. „Keine Kreditkarte. Nur Bargeld. Auf seiner Kasse leuchtete eine grüne Zahl auf, die mich selbst schockierte: 79.72. Es war nicht viel Geld, wenn man bedankte, was zwei North Face Hardshells kosten. Dennoch war das Pärchen laut eigener Auskunft zahlungsunfähig. Pappa verzog etwas verächtlich das Gesicht und klopfte ungeduldig auf die Kasse. Mamma unterbrach ihre Arbeit am Kühltresen und zeigte dem Pärchen auf die Haspa gegenüber. Das Pärchen war sichtlich in seiner Ehre getroffen. Der Mann sagte noch sowas wie: „Ist ja auch ganz schön teuer“, aber dieser Ausspruch fand allgemein keinen Anklang im Laden, auch bei mir nicht.„Feinkost ist für uns zu teuer“, sagte meine Mutter früher immer, wenn ich in der Osterstraße auf den einzigen Feinkost und Südfrüchte-Laden zeigte, weil er so bunte Auslagen hatte. Und sie brachte mir bei, beim Einkauf in solchen Läden im 200-Grammbereich zu bleiben.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der graue Mann war inzwischen aus dem Laden gegangen, seine Frau wanderte umher und tat so, als wollte sie noch mehr einkaufen, aber der Schrecken lag ihr noch deutlich in den Gliedern. Jeder im Laden wusste wahrscheinlich, dass sie nichts mehr dazu legen würde. Wir warteten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein schwules Pärchen, zwei junge Frauen und ein cooles Pärchen betraten den Laden. Sie standen bei Mamma Schlange, tankten den Süden auf, bezahlten dafür bei Pappa an der Kasse mit den selben Gefühl wie das graue Pärchen, nur dass sie das für den Energieausgleich notwendige Geld tatsächlich bar dabei hatten. Einzig eine ganz junge Studentin, die sich auch irgendwie in den Laden geschummelt hatte, kaufte Büffelmozzarella, Tomaten-Oliven-Salat (kann man auch selbst machen, ist wesentlich günstiger), Schinken und Käse und schaffte es völlig unverkrampft den Laden wieder zu verlassen. Pappa belohnte das mit einem echt italienischen Ciao. Sogar Mamma blickte erstaunt von der Arbeit auf und dem Mädchen hinterer. (Warum Studenten teure Sachen kaufen, ohne mit der Wimper zu zucken, will ich später mal erklären, wenn ich in meine Erinnerungskiste greife.) &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die graue Frau tat mir leid. Sie stand inzwischen an der mit Ferrari-Aufklebern verkleisterten Ladentür, presste ihre Augen an das winzige Stück freie Glasscheibe. Es war offentsichtlich, dass sie ihren Mann vermisste.&lt;br /&gt;Nun war es Zeit für mich, den guten Menschen von Eimsbüttel. Ich brachte mein Kaffeeglas langsam zur Kühltruhe zurück. Wenn es eilig ist, sollst du ruhig bleiben. &lt;br /&gt;Dann bewegte ich mich langsam auf die graue Frau zu, um sie nicht zu erschrecken. Ich würde sie in ein Gespräch über Italien verwickeln, vielleicht über Fußball. Dann würde dafür sorgen,dass Pappa sich an dem Gespräch beteiligt und bei Mamma gleichzeitig eine Bestellung aufgeben (meine 200 gr. Pesto kosten 5 Euro, ich kenne hier die Tarife). In einem günstigen Moment würde ich die Ladentür aufreißen und die graue Frau einfach in die Freiheit schieben... &lt;br /&gt;Aber während ich noch davon träumte, riss ihr Ehemann die Tür auf. Strahlend zeigte er auf zwei druckfrische 50 Euro – Scheine. „Ich hab Geld“, rief er begeistert, so etwa wie ein kleines Kind. Und Pappa, der jetzt eigentlich hätte ein verächtliches Gesicht ziehen müssen, denn das tat er ja eigentlich den ganzen Tag, wenn es um Geld ging, Pappa freute sich plötzlich und grinste. Das Pärchen bezahlte. Man kann gar nicht beschreiben, wie erleichtert sie waren. Der Preis, das schamvolle und viel zu lange Warten, egal – alles war vorbei. Sie wahren vielleicht die einzigen Kunden, die das Geschäft wirklich vollkommen glücklich verließen, jeder drei kleine Italienische Einkaufstüten in den Händen. Auf sie folgte ich, inzwischen die 200 gr. Pesto in der Hand und den bitteren Geschmack des Kaffees im Mund. Ich weiß nicht mal, ob ich für Pappa ein Ciao wert gewesen bin (schließlich hatte auch ich ohne Zucken gezahlt), aber das wollte ich nicht mehr wissen. Ich wollte eigentlich nur noch zurück zu Bino, einen richtigen Latte trinken und diesbezüglich nie nie nie mehr fremdgehen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Letztlich bin ich dann einfach nach Hause gefahren und habe mir Spaghetti mit Pesto gemacht, echt lecker, ist einfach das beste der Stadt. Und dabei hatte ich auch noch so ein klein bisschen italienisches Lebensgefühl. Und das wünsche ich als der gute Mensch an dieser Stelle auch dem grauen Pärchen beim Verspeisen ihrer unvergesslichen Antipasti. Eine Italienreise wäre doch vergleichsweise noch teurer geworden.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5445847976938424806-4864511749658749033?l=linkaundleise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://linkaundleise.blogspot.com/feeds/4864511749658749033/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=5445847976938424806&amp;postID=4864511749658749033' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/4864511749658749033'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/4864511749658749033'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://linkaundleise.blogspot.com/2009/02/der-gute-mensch-geht-fremd.html' title='Der gute Mensch geht fremd'/><author><name>Linka Kl.</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05617641676600432225</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_c1NZXXWW7-0/SHJ6fljcBuI/AAAAAAAAAAM/UQbHD_pjniQ/S220/R0015594.JPG'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5445847976938424806.post-8072639441850419007</id><published>2009-02-15T02:46:00.000-08:00</published><updated>2009-02-15T02:47:05.318-08:00</updated><title type='text'>Der gute Müllmann und sein Fahrzeug</title><content type='html'>Wir Deutschen sind eigentlich kein böses Volk. Das wurde mir gestern morgen wieder einmal  klar, als ich Brötchen holte und dem Wagen der Müllabfuhr begegnete, es waren nicht die orangen Müllfahrzeuge, sondern die Jungs vom "Grünen Punkt". &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vorn zwischen Kühlergitter und Stoßstange schauten mir zwei braune Affen entgegen, Schimpansen. Zwischen den Affen hatten die Müllmänner einen chinesischen Drachen befestigt, derart Drachen, die wie ein liegendes N gebogen sind, die Feuer speihen und sich dabei fast wieder in den Schwanz beißen.&lt;br /&gt;Beim Vorbeifahren suchte ich das Müllauto nach weiteren Tieren ab, nach verstoßenen Stofftigern, Elefanten und Waschbären, wie ich es schon so oft an Müllwagen beobachtet hatte. Doch die Zwillingsaffen waren die einzigen zusätzlichen Passagiere an Bord des grün-gelben Riesens. Vielleicht hatte man sich aus Gründen der Ästhetik auf diese weniger dekorativen Elemente beschränkt. Können Stofftier rettende Mensch böse sein?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erschreckend finde ich wiederum, und das beschäftigte mich während des Frühstücks und auf der Fahrt zur Arbeit und während der Arbeit und nach der Arbeit, außerdem noch in der vergangenen Nacht, dass die Müllmänner einen nur geringen Teil der Gesellschaft darstellen. Soll man nun die Prozentzahl ermitteln, um festzustellen, welcher Teil der Gesellschaft schon einmal grundsätzlich gut ist oder stehen die Müllmänner nur für sich da, für ihre Zunft und gibt es innerhalb dieser guten Menschen, welche, die Zwillingsaffen retten und schlechte, welche die Zwillingsaffen zermalmen?   Ich habe noch niemals Manager und Bankangestellte gesehen, die Teddybären retten und sich damit schmücken. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wahrscheinlich ist es falsch zu denken, dass nur die Müllmänner uns zeigen, wie gut sie in Wirklichkeit sind. Wahrscheinlich muss man sagen, sie stehen für das Gute Deutsche an sich. So muss man denken, als  Deutsche, als Optimist und Stofftierliebhaber. Das ist die richtige Einstellung. Und man muss dieses Verhalten an andere Stelle propagieren und hoffen, dass eines Tages alle Menschen so gut sind, auch die nachfolgenden Generationen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Allerdings hat die Sache einen Haken. Aber dass wird mir jetzt eben erst beim Schreiben klar: Wer  hat denn eigentlich diese Tiere weggeschmissen und so einem ungewissen Schicksal überlassen?&lt;br /&gt;Deutsche Eltern und ihre Kinder. Sie sind verantwortlich dafür, das jährlich viele Tausend Tiere ausgesetzt oder entsorgt werden. Ich rede jetzt gar nicht von den lebendigen Haustieren. Wer sonst sollte sie weggeworfen haben?&lt;br /&gt;Meine morgendliche Bilanz ist also erschütternd. Oder sollte ich sagen: Ich bin mit meiner Einschätzung wieder bei Null angekommen. Wahrscheinlich befinden wir Deutschen uns,  was das Gute und das Böse angeht, in einem ewigen Yin-Yang-Kreislauf, und wer nicht weiß, was das ist: So eine Art Grüner Punkt, das Gute hebt das Schlechte auf und so weiter. Womit wir wieder bei den Müllmännern von gestern morgen wären. Die schienen sich allerdings über diesen ewigen Kreislauf sehr bewusst gewesen zu sein: Warum sonst hätten sie außer dem grünen Punkt auch noch den sich in den Schwanz beißenden Drachen an den Kühler angebracht?&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5445847976938424806-8072639441850419007?l=linkaundleise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://linkaundleise.blogspot.com/feeds/8072639441850419007/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=5445847976938424806&amp;postID=8072639441850419007' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/8072639441850419007'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/8072639441850419007'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://linkaundleise.blogspot.com/2009/02/der-gute-mullmann-und-sein-fahrzeug.html' title='Der gute Müllmann und sein Fahrzeug'/><author><name>Linka Kl.</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05617641676600432225</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_c1NZXXWW7-0/SHJ6fljcBuI/AAAAAAAAAAM/UQbHD_pjniQ/S220/R0015594.JPG'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5445847976938424806.post-5474145494692902009</id><published>2009-02-13T13:20:00.000-08:00</published><updated>2009-02-15T03:02:27.399-08:00</updated><title type='text'>Wie man einen schlechten Kaffee repariert</title><content type='html'>Der gute Mensch meidet seit einiger Zeit Orte mit schlechtem Kaffeeausschank. Eine Adresse nach der anderen fällt in Eimsbüttel für ihn weg. Inzwischen ist die gesamte Osterstraße  für den guten Menschen  eine koffeeinfrei Zone. Aber auch in den Nebenstraßen und bis zum Grindel rauf, in die Schanze hinein und bis nach Hoheluft wird gespart und gepanscht und der gute Mensch macht einen weiten Bogen. Ganz gegen sein Vorhaben, nur Gutes zu tun, schadet der gute Mensch ausgerechnet jetzt der Konjunktur  und  trinkt seinen  Kaffee (Caffè Latte, Café au Lait, Cappuccino) lieber zuhause als dort, wo er nicht schmeckt. Schlechten Kaffee bringt natürlich die nicht ganz so einfach Arbeit als erste und einzige verdeckt arbeitenden Kaffeehaustesterin weiterhin mit sich. &lt;br /&gt;Aber die Quälerei ist jetzt vorbei, denn seit neuestem hat der gute Mensch einen Notfallplan, dem nicht mehr viel hinzuzufügen ist. Ich wage zu behaupten:    &lt;br /&gt;Der gute Mensch von Eimsbüttel kann einen schlecht schmeckenden Caffè Latte reparieren.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Dabei sind es grundsätzlich drei Fehler, die ein Caffè Latte (Café au Lait etc.) aufweisen kann: Zu luftig geschlagener Schaum, falsche Zubereitung und falscher Kaffee.  &lt;br /&gt;1. Zu luftig geschlagener Schaum schmeckt wie billiger Badezusatz. Maßnahme:  mit dem Löffel den Schaum so schnell es geht im Glas schlagen. Der Schaum wir sämiger und geht mit viel Glück sogar eine cremige Verbindung mit der Kaffeeoberfläche ein. &lt;br /&gt;2. Die meisten Kaffees misslingen bei der Zubereitung: zu wenig, zu viel Kaffee, Temperatur stimmt nicht, Kaffee läuft zu schnell/langsam durch die Maschine, der Barista ist unfähig etc. Die Fehlerquelle ist unerschöpflich, es gibt nur eine beim Barista unpopuläre Lösung: Milch nachschenken lassen. Man kann sich dann trösten, dass ein Milchcafé-Getränk nunmal aus viiiiel Milch und wenig Kaffee besteht.   &lt;br /&gt;3. Kommen wir zum schlimmsten Fall, es gibt Kaffee, dessen Problem schon mit der Bohne beginnt. War es die Ernte, das Plateau, die Reinheit, die Mischung der Bohnen, die Röstung? Das Problem an der Bohne ist am schwerwiegensten, dafür aber am leichtesten zu lösen: Gegen schlechten Kaffee hilft nur Zucker oder ein Schluck Wodka.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für die englischen Leser meiner kleine Chronik formuliere ich gern meine drei Hauptthesen noch einmal:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; If coffee has a bad taste:&lt;br /&gt;a. Froth the milk foam like an idiot with a spoon „to enhance and elevate the sensory experience of coffee“ (see, watch and learn: www.coffeegeek.com) &lt;br /&gt;b. Ask bartender or barista for some hot milk, add it.&lt;br /&gt;c. Put sugar in it. In case of trouble: vodka.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So zusammengefasst auf Englisch sind die Tipps des guten Menschen eigentlich genau das, was jeder Melitta-Kaffeemaschinen-Besitzer mit seinem Filterkaffee seit ungefähr den 70er Jahre macht, unbewusst natürlich. So hatte der gute Mensch vielleicht sein Wissen über guten Kaffee (und welcher der keiner ist) direkt aus den 70er Jahren (und nicht aus der Muttermilch) herausgesogen. Egal. Hauptsache es hilft. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und nochmal egal. Denn solange Mr. Binos Italienisches Stehcafé täglich von  7.30  bis 20 Uhr geöffnet bleibt (außer Sonntags, aber da kann der gute Mensch sowieso nicht)  ist die Welt in Eimsbüttel und dem Rest der Welt in bester Ordnung. Denn bei Bino gibt es den einzige wahren Caffè Latte in der ganzen Stadt und der muss niemals  repariert werden.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5445847976938424806-5474145494692902009?l=linkaundleise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://linkaundleise.blogspot.com/feeds/5474145494692902009/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=5445847976938424806&amp;postID=5474145494692902009' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/5474145494692902009'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/5474145494692902009'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://linkaundleise.blogspot.com/2009/02/wie-man-einen-schlechten-kaffee.html' title='Wie man einen schlechten Kaffee repariert'/><author><name>Linka Kl.</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05617641676600432225</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_c1NZXXWW7-0/SHJ6fljcBuI/AAAAAAAAAAM/UQbHD_pjniQ/S220/R0015594.JPG'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5445847976938424806.post-2585405207101598391</id><published>2009-02-10T13:20:00.001-08:00</published><updated>2009-02-12T12:43:15.136-08:00</updated><title type='text'>Der gute Mensch und die schlechte Laune</title><content type='html'>Ausgerechnet heute, wo ich mein Auto dringend benötigte, fehlte mir das Gaspedal. Sofort fragte ich mich, was bei mir  im Moment im Leben nicht stimmt. Denn ein kaputtes Auto zeigt ja synchron immer auf etwas Unfunktionales im Leben hin, oder auf ein marodes Organ. Ist der Scheinwerfer kaputt, hast dus mit den Augen, ists der Motor, dann hast du Probleme mit dem Herzen. Auspuff-Probleme weisen auf naja, das kann man sich ja denken hin. Und mein kaputtes Gaspedal heißt vermutlich,  mir fehlte gerade so ein bisschen an Geschwindigkeit. Kein Wunder, wenn man plötzlich kein Auto mehr hat. Denn in der Zwischenzeit fährt der gute Mensch HVV und muss Geduld üben. &lt;br /&gt;Natürlich, der gute Mensch hat versucht, sich die Sache mit dem HVV schön zu schreiben. 1. Versuch: Man muss auch mal wieder mit den Menschen, über die man schreibt und mit denen man in einer Stadt lebt, in Kontakt geraten, wo würde das besser gehen, als im HVV, wenn die Busse voll und die Bahnen im Streik? 2. Maßnahme: Wenn man selbst positiv denkt, dann kann einem der HVV gar nichts anhaben. Etc.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Es fing auch ganz gut an. Zuerst hatte ich heute morgen das Glück, durch den Bus hindurch, meine Taschen mir vorauseilend, auf den einzig freien Sitz geschleudert zu werden. Aber ich erntete nach meine Landung eine Runde böser Blicke. 10 Leute hatten sich wahrscheilich gerade um den Platz gestritten und mit dieser Lösung nicht gerechnet. &lt;br /&gt;Viel hatte ich allerdings nicht davon, dass ich sitzen konnte. Sogleich platzierte jemand seinen Rucksack in die einzige Lücke, die meine Bewegungsfreiheit bedeutet hätte. Ich beschloss, mich  nicht runter ziehen zu lassen, mir eine Schutzmauer und Aura rund um mich herum zu bauen und sitzen zu bleiben. Das half. Heimlich dachte ich an mein Auto, während ich geduldig und ganz Om eine mentale Mauer um mich zog.  Niemand kam nun  mit seinen Blicken und Bazillen an mich heran. Aber da, auf dem Sitz hinter mir hüstelte ein alter Herr. Es war ekelerregend und ich war sicher nicht die einzige, die das dachte. Die Stimmung im Bus war inzwischen schon ganz mies. Überall um mich herum unterhielten sich Leute über die Busverspätung und dies in diesem typisch Hamburgischen Meckerton:&lt;br /&gt; „Ist kaum zu glauben“ sagten sie, „dass die Stadt es einfach nicht schafft, genügend Busse zur Verfügung zu stellen. Und das in Stoßzeiten“. Das Wort „Stoßzeiten“ wurde so betont, als sei es ein Fremdwort, das derjenige zum ersten Mal stolz anwendet. Es wäre das allerletzte gewesen, den Meckernden jetzt still oder aber auch sogar noch laut beizupflichten. Ich zwang mich ein bisschen dazu, die Leute trotzdem lieb zu haben. Ich sagte mir: Dies sind alles Menschen wie du und ich, die wollen dir nichts Böses. Sie sind nur frustriert und das sieht man doch schon im Gesicht, lass dich nicht anstecken. Diese Menschen haben doch ein Recht auf ihre Meinung, auch wenn sie nur Beschwerden hervorbringen. Und hier im Bus, dachte ich, eingequetscht zwischen meinen und fremden Taschen, kann ich nicht einmal etwas für sie tun. Aber plötzlich verspürte ich das Bedürfnis, etwas zu tun. Was dann kam, passierte ganz instinktiv. Ich schubste das junge Mädchen mit dem Rucksack, der auf mir lastete, sanft von mir weg.&lt;br /&gt; „Aua“, sagt jemand auf der anderen Seite des Ganges, wo der Rucksack nun Platz gefunden hat. Das Mädchen ließ es mit sich machen, ihm war es egal, wem es seine Dinge in die Seite rammt. &lt;br /&gt;Wie unsozial von dir, schimpfte ich mit mir. Doch komischer Weise besserte sich meine Stimmung ein bisschen. Jetzt, wo ich meine Hände wieder frei zum Gesicht führen konnte, baute ich mir eine Art Mundschutz mit den Händen, man weiß ja nie. So durchlebte ich die letzten Minuten bis zur Holstenstraße und das Om gelang mir wieder besser.  &lt;br /&gt;Als an der Holstenstraße die meisten Menschen den Bus verließen, atmeten die Sitzengebliebenen auf. Ich gehörte dazu. &lt;br /&gt; „Endlich“, sagt eine Frau. „Das ist ja nicht auszuhalten. All diese Menschen und ihr schlechte Laune, da wird einem ja ganz...“. Sie sagte das in einem quäkigen Stimme in der Tonlage, in die Frauen nach den Wechseljahren umschlagen. Peinlich ergriffen schaute ich mich um: Aber niemanden schien der Ausbruch zu stören, nur mich. Erst als die Frau das wiederholte, passierte etwas Merkwürdiges, alle gebliebenen Blicke bündelten sich auf mich.  Da wurde mir klar, das ich das selbst eben war, die das gesagt hatte. Ich, der gute Mensch von Eimsbüttel. Und damit war ich ganz unten angekommen. So ähnlich wie Günther Wallraff, nur anders und viele Jahre später.  &lt;br /&gt;Nun wusste ich, was es eigentlich bedeutet, wenn beim guten Menschen das Gaspedal erneuert werden muss: Gas kaputt = gute Laune kaputt = guter Mensch kaputt.&lt;br /&gt;Danach sagte ich nichts mehr. Die Leute hatten meinen Ausbruch am Ende der Busfahrt bereits vergessen. Aber ich nicht. &lt;br /&gt;Das wird mich noch lange wie ein Fantom begleiten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eben rief auch die Autowerkstatt an und sagte, es sei mit dem Pedal nicht schlimm und ich könnte den Wagen bald abholen. &lt;br /&gt;Wird ja auch Zeit, dass der gute Mensch sein Auto wieder bekommt und die Menschen im HVV nicht weiter belästigt.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5445847976938424806-2585405207101598391?l=linkaundleise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://linkaundleise.blogspot.com/feeds/2585405207101598391/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=5445847976938424806&amp;postID=2585405207101598391' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/2585405207101598391'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/2585405207101598391'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://linkaundleise.blogspot.com/2009/02/der-gute-mensch-und-die-schlechte-laune.html' title='Der gute Mensch und die schlechte Laune'/><author><name>Linka Kl.</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05617641676600432225</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_c1NZXXWW7-0/SHJ6fljcBuI/AAAAAAAAAAM/UQbHD_pjniQ/S220/R0015594.JPG'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5445847976938424806.post-8419827587143910371</id><published>2009-02-08T13:15:00.001-08:00</published><updated>2009-02-11T12:32:37.818-08:00</updated><title type='text'>Die gute taz</title><content type='html'>Ich sitze auf dem super weichen 50er Jahre Sofa in einem sonntäglichen Eimsbüttler Café und lese in der  taz. Die lag hier einfach so rum.  Früher habe ich sie mir natürlich selbst gekauft, aber da war ich noch Studentin. Auf dem Weg zur Uni habe ich jeden Tag 80 Pfennig locker gemacht und habe mich links solidarisch gezeigt. &lt;br /&gt;Nach dem Studium hat das aufgehört, seitdem lese ich sie nur noch, wenn sie irgendwo herumliegt. Vielleicht, weil ich nun mehr Geld habe und deshalb geiziger bin. Vielleicht auch, weil mein erster Arbeitgeber der Springer Verlag war. Ich lese inzwischen überhaupt so selten Zeitung.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kein Wunder also, dass ich jedesmal, wenn ich mich tatsächlich auf eine richtige Zeitung einlasse, für jede Art von Information besonders offen bin und sie inspirierend finde. Das Thema  Regenwald  macht mir Lust auf Backpacking, Slums regen an, große World Presse Fotografin zu werden und nebenbei für eine Menschenrechtsorganisation zu arbeiten. &lt;br /&gt;Das Leben aus der taz ist ständig von Bomben, Atomkriegen, Endlagertransporten und Armut bedroht, aber irgendwie auch hoffnungsfroh. Denn mitten in diesen Bomben, dem vielleicht immer noch möglichen 3. Weltkrieg, den täglich an Unterversorgung sterbenden Kindern gibt es die Anzeigenrubriken mit der Überschrift „Immobilien Verkäufe Umland“. &lt;br /&gt;Die studiere ich nämlich inzwischen am liebsten, wenn ich taz lese:  Haus am Rand von  Öko-Dorf, 60 km vor den Toren Hamburgs, nähe Schaalsee, 4 ½ Zimmer, 100 qm Wohnfl., Kamin in 2000 qm Grundstück mit Schuppen zu mieten, evtl. später Kauf.  Ich nehme einen Schluck Milchkaffee, schaue auf die Straße. Überall Häuser und alle 10 Meter  eine Baustelle.  Ich vermisse den Geruch von frisch gemähter Wiese. Ich lese weiter: SH, 2 Zimmer in Land-WG zu vermieten, auch gern für Wochendliebhaber. Im Sommer mit Blick auf Apfelbaum und Rapsfeld. 5 km zum Meer. &lt;br /&gt;Da ist sie. Meine Tür raus aus dem Stadtleben. Der Fluchtort vor dem 3. Weltkrieg, der nun vielleicht doch nicht stattfindet. Die Option ins Grüne und das mitten in der Stadt auf schwarz-färbender Druckerschwärze. Der Grund, warum ich überhaupt noch taz lese. &lt;br /&gt;Ich lese und ich weiß sogar: ich werde nie in die Land-WG ziehen. Allein schon, weil ich gar nicht Land-WG-fähig bin. Weil ich nämlich weder Brotbacken kann, noch Marmelade einkochen. Zumindest nicht im großen Stil. Ich kann Stachelbeeren nicht ausstehen und weiß nicht, was man bei Wespenstich macht. Wenn ich eine Zecke hätte, würde ich zum Arzt gehen und ihn bitten, sie mir raus zu ziehen, ich würde mich zum Gespött der Einheimischen machen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich hätte den Leuten auf dem Land auch nichts zu erzählen, weder den Land-WG-Teilhabern, noch den skeptischen Dorfureinwohnern. Was würde sie meine Kaffeetesterei, mein Eimsbüttel, meine kleinen Probleme interessieren? Es wäre schrecklich, ich hätte einfach ein  Problem mit der Kommunikation. Und das, obwohl ich doch mein Examen mit „Kommunikationstheorien“ beschlossen habe. Ich und der gute Mensch von Eimbsüttel haben einfach ein Problem mit anderen Menschen: Entweder sind wir nicht kompatibel oder wir passen in zuviele Schubladen. &lt;br /&gt;Erst mal jedenfalls ist der Sonntag vorbei, die taz zuende gelesen und der Traum von der Land-WG bis auf weiteres verschoben. Mal sehen, was die Zukunft so bringt. Bestimmt keine Bomben. Vielleicht aber doch ein Haus auf dem Land. Abwarten und taz lesen, heißt doch ein berühmtes Sprichwort, oder? Solange jedenfalls kann ich ja versuchen, hier in meinem Viertel politisch ein wenig links aber wahrscheinlich viel zu korrekt, das Gute zu tun. Von dem Guten ist in der taz übrigens – außer der versprochenen Fenster zum Landleben – viel zu selten zu lesen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5445847976938424806-8419827587143910371?l=linkaundleise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://linkaundleise.blogspot.com/feeds/8419827587143910371/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=5445847976938424806&amp;postID=8419827587143910371' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/8419827587143910371'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/8419827587143910371'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://linkaundleise.blogspot.com/2009/02/die-gute-taz.html' title='Die gute taz'/><author><name>Linka Kl.</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05617641676600432225</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_c1NZXXWW7-0/SHJ6fljcBuI/AAAAAAAAAAM/UQbHD_pjniQ/S220/R0015594.JPG'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5445847976938424806.post-4893441468750628560</id><published>2009-02-06T13:54:00.000-08:00</published><updated>2009-02-07T02:39:05.106-08:00</updated><title type='text'>Mein Freund der Baum</title><content type='html'>Ein paar Tage lange war ich nicht bei meinem Stehitaliener Mr. Bino. Als ich zurück komme, stelle ich fest: Mein Freund der Baum ist verschwunden! Statt dessen ist das Café voller Leute, die ich nicht kenne und die so aussehen, als ständen sie schon seit den 50er Jahren an den wackeligen Stehtischen.&lt;br /&gt;Ich hatte nicht einmal die Zeit zu protestieren. Ich weiß allerdings auch nicht, ob ich es mir getraut hätte. Schließlich stand der Baum direkt vor dem Café und stahl den Gästen im Sommer die Sonne. Außerdem habe ich schon in frühster Urzeit meines Daseins festgestellt, dass es bei Bino keinen Sinn macht, zu protestieren.  Er sitzt nämlich immer am längeren Hebel, z.B. an der Kaffeemaschine. &lt;br /&gt;Optisch ist mir also mehr als eine Geschichte flöten gegangen, vielleicht gab es Proteste,  vielleicht sogar eine Petition an die Umweltbehörde. Aber wie gesagt, ich habe mich entschieden, keine Nachforschungen anzustellen. &lt;br /&gt;Demnach ist das Thema jetzt also durch. Also fast.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Überhaupt habe ich mich jetzt auch entschieden nicht mehr zu Bino zu fahren, weil mein neuer Mitbewohner (ich sage extra nicht Untermieter, weil ich dem kleinen Wesen von vorn herein diesen Status ersparen möchte) sonst bald statt in Fruchtwasser, in Caffè Latte badet.&lt;br /&gt;Auf Bino zu verzichten ist allerdings ein Einschnitt in mein Leben,  der massiver nicht sein könnte. Andererseits -  seitdem Rentner und Kleinstadtbewohner auf den Sommerterrassen statt Kännchen Kaffee und Schwarzwälderkirsch einen "Latte Macciato" bestellen, kann man eigentlich mit guten Gewissen überhaupt noch die Kaffeetrinkkultur pflegen?&lt;br /&gt;Nun haben die Rentner sogar den letzten verstaubten Stehitaliener, meinen Mr. Bino, entdeckt und bestellen mit uns morgens um die Wette. In ihrer Lust nach den übrig gebliebenen Lebensstrahlen werden sie uns im Sommer die Sonnenplätze streitig machen und dafür sogar weitere Bäume fällen lassen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Aber mein neuer Zustand ruft mich zum Mitgefühl auf, auch für Rentner und daher will ich nicht weiter und schon gar nicht gegen eine so große Bevölkerungsgrupppe wettern. Jeder hat das Recht zum Dasein und meinetwegen auch Nichtdasein.  Wie ich von diesem Schluss nun zurück zum gefällten Baum komme, ist ungewiss. Denn der Baum hatte unsprünglich natürlich kein Recht zum Nichtdasein. Soviel muss abschließend stehenbleiben.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5445847976938424806-4893441468750628560?l=linkaundleise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://linkaundleise.blogspot.com/feeds/4893441468750628560/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=5445847976938424806&amp;postID=4893441468750628560' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/4893441468750628560'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/4893441468750628560'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://linkaundleise.blogspot.com/2009/02/mein-freund-der-baum.html' title='Mein Freund der Baum'/><author><name>Linka Kl.</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05617641676600432225</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_c1NZXXWW7-0/SHJ6fljcBuI/AAAAAAAAAAM/UQbHD_pjniQ/S220/R0015594.JPG'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5445847976938424806.post-5941935735626308862</id><published>2009-02-05T12:51:00.000-08:00</published><updated>2009-02-07T02:34:27.797-08:00</updated><title type='text'>Wallfahrt nacht Almsbüttel</title><content type='html'>Wegen meines Autos, das immer noch nicht fährt, ruf ich eine 0800 – Nummer an und lande damit bei einem Callcenter in München. Gott sei Dank ist das andere Ende nett von wegen „Grüß Gott“ am Anfang und viel Verständnis wegen meiner Situation. Als das andere Ende wissen will, in welchem Hamburger Viertel das Fahrzeug geborgen werden soll, antworte ich mit maßlosem Stolz „Eimsbüttel“. Der Herr sucht in seinem Computer und kann den Stadtteil nicht finden. „Gehört habe ich das schon“,  offenbart er mir. &lt;br /&gt;Ich noch einmal, sehr geduldig: „Eimsbüttel“. &lt;br /&gt;Er „Almsbüttel“? &lt;br /&gt;Ich buchstabiere nur für ihn: Emil Ida Martha Siegfried Berta.... den Rest kennt er schon. Mein Auto wird dann später vom Abschleppdienst „Blauer Engel“ mitgenommen. Das ist der blaue Bruder vom gelben Engel. Doch das passiert unter Protest einiger Autofahrer, die durch meine enge Straßen wollen, denn sie müssen solange warten, bis der Wagen auf dem Abschleppwagen festgezurrt ist. Außerdem muss ich noch ein Formblatt ausfüllen. Das dauert. Jemand aus der Reihe der hupenden Autos steigt aus und bewegt sich gewaltsam auf mich zu. Unter Androhung körperlicher Präsenz versucht er, den Abschleppdiensthabenden zu überzeugen, sich alsbald wie möglich von dannen zu machen. Ich bleibe gelassen, habe schon einen aufgewühlten Tag mit Beschwerden hinter mir, über die ich mich aus Prinzip nicht weiter auslassen will. Ich bin froh, dass der blaue Engel für mich da ist und mein Auto mitnimmt. &lt;br /&gt;A propos blauer Engel. Meiner riecht nach Astra.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da aber nun der Wagen abtransportiert ist, fahre ich die kommenden Tage mit dem HVV, wo ich  weit und breit keine weiteren Engel treffe. Dafür nutze ich die Zeit zum Lesen. Auf dem Rückweg vom Job verpasse ich den Altonaer Bahnhof bemerke es erst an der Sternschanze. Von hier aus kann ich wenigstens zu Fuß nach Hause gehen. &lt;br /&gt;Weit ist das nicht, wenn man in Abschnitten geht. Zunächst einmal laufe ich Richtung Schlump, meine Augen immer schön auf die jungen und nicht mehr so ganz jungen Männer in der Straße gerichtet. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ecke Schäferkampsallee knalle ich gegen ein riesiges rotes Schild, kein altes  Wahlplakat, sondern eines, das von der Stadt oder besser gesagt dem Bezirksamt aufgestellt wurde: ROTHERBAUM – Bezirk Eimsbüttel. Wie lange ist das schon da? &lt;br /&gt; Seitdem ich der gute Mensch von Eimsbüttel bin, forsche ich nach den Grenzen des Viertels. Hier wurde nun weiß auf rot (hieß es nicht eigentlich Grün-Weiß Eimsbüttel?) endlich mal saubere Arbeit in Bezug auf den Bezirk geleistet. Dreihundert Meter später dann – ich lobe mich, mein verschwundenes Gaspedal, die blauen Engel und meine Verschlafenheit in der Bahn – kommt das Schild aller Schilder. Mitten in einer Verkehrsinsel vor dem Schlump-Bahnhof: EIMSBÜTTEL und darunter steht: Bezirk Eimsbüttel!! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn mich jetzt nochmal jemand fragt, wo Eimsbüttel am eimbüttelsten ist, dann sage ich: Folge dem roten Schilderwald. Ich durchmesse mitsamt Täschchen und Aktentäschen die nächsten Häuserblocks, überschreite erneute eine Grenze  ROTHERBAUM - Bezirk Eimsbüttel (habe ich mich verirrt, bin ich im Kreis gelaufen?) und dann lande ich endlich in der Bogenstraße, von der aus ich nun schon etwas müde meinen direkten Weg nach Hause weiter verfolge. Das letzte Stück zieht sich. Ich passiere das neue glänzende Schild, mit der poetischen Bezeichnung HOHELUFT – WEST - Bezirk Eimsbüttel. Da steht es. Jetzt ist es amtlich, dass ich nicht im eigentlichen Kern des Bezirks wohne. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das gibt mir, dem guten Menschen von Eimsbüttel, einen kleine Stich in mein Herz. Dennoch geht es von nun an bergauf, denn sowohl der Eppendorfer Weg, als auch die Gärtnerstraße, hinter der ich wohne, liegen mehrere Meter über dem Meeresspiegel. Ich kraxel die letzten Meter bis zu meiner Wohnung am äußersten Zipfel des Bezirks hoch. Hier oben ist meine Heimat.Hier trinke ich nach sinnlosen HVV-Fahrten meinen Hüttenpunsch und wärme mich wieder auf. Hier will ich erstmal bleiben. Hier in Almsbüttel – Bezirk Eimsbüttel, braucht der Stadtteil mich. Besonders wenn es bald schneit. Dann könnte ich zum Beispiel den anderen Autofahrern, die ihr Auto im Moment auch nicht benutzen, den Weg zum Bus weisen. &lt;br /&gt;Oder so. Mir wird schon irgendwas einfallen, auf das bisher niemand gekommen ist.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5445847976938424806-5941935735626308862?l=linkaundleise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://linkaundleise.blogspot.com/feeds/5941935735626308862/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=5445847976938424806&amp;postID=5941935735626308862' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/5941935735626308862'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/5941935735626308862'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://linkaundleise.blogspot.com/2009/02/almsbuttel.html' title='Wallfahrt nacht Almsbüttel'/><author><name>Linka Kl.</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05617641676600432225</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_c1NZXXWW7-0/SHJ6fljcBuI/AAAAAAAAAAM/UQbHD_pjniQ/S220/R0015594.JPG'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5445847976938424806.post-4987989626685103578</id><published>2009-02-04T11:58:00.000-08:00</published><updated>2009-02-05T07:59:11.284-08:00</updated><title type='text'>Wie Mr. Bino zu seinem Namen kam</title><content type='html'>Es gibt drei Tabus in Binos Kaffeebar, die der gute Mensch nie brechen würde.  Erstens:  Mr. Bino auf seine Ähnlichkeit mit Rowan Atkinson ansprechen. Zweitens: Bino eine  persönliche Frage stellen und drittens,  ihn darauf hinzuweisen, dass die Lebensmittel, die er außer dem Kaffee, der Italienischen Salami und dem Mittagstisch verkauft, überteuert sind und man die selben Marken im Supermarkt um die Ecke billiger bekommt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In all den Jahren haben sich diese ungeschriebenen Gesetze in die Köpfe der Stammgäste eingeschlichen, der gute Mensch weiß bestens darüber bescheid. Nur eines weiß der gute Mensch nicht, und das ist: Wie Bino, der ja eigentlich Toni heißt, zu seinem Namen kam. Denn natürlich ist auch diese Frage absolut verpönt. Hat er sich diesen Namen mit einem Zug Selbsironie eines Tages selbst verliehen, oder hat ihn einer seiner Stammgäste (damals: Mr. Bino gibt es schon seit mehr als 15 Jahren und solange reicht selbst die Chronik des guten Menschen nicht zurück) damit aufziehen wollen und es ist einfach dabei geblieben? Oder haben seine Kinder ihn so getauft, als sie noch jünger waren und das Vorbild Mr. Bean noch nicht ganz so verstaubt? Was würde seine Frau dazu sagen, die man aber nie zu Gesicht bekommt, weil sie in der Küche arbeitet? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nur die Laufkundschaft macht sich wie in einer klassischen Tragödie unschuldig schuldig und wagt hin und wieder die ein oder andere Frage, die in diese Richtung vorstößt. Bino quittiert das ganz undramatisch mit schlechter Laune.  Dann leidet der gute Mensch jedesmal mit, es ist nur nicht ganz klar, wer sich seine Empathie mehr verdient: Bino selbst, oder der Kunde, der sich in Binos Kaffeebar niemals mehr bis in den Olymp trinken wird. Wenn der gute Mensch, der meist mit dem Rücken zum Geschehen sitzt, sich zu den neuen Gästen umdreht, erblickt er  entweder Familienväter aus Schwaben auf Geschäftsreisen, oder  Handwerker aus Neu Wulmstorf auf Montagetour. Aber es können auch Agenturleute sein, die erst jetzt von Mr. Binos Kaffee gehört haben, obwohl eigentlich Eimsbüttler. Man muss immer fürchten, dass sie irgend etwas Dummes von sich geben. &lt;br /&gt;Einer dieser Uneingehweihten wagte es neulich sogar, Bino „Kellner“ zu rufen. Im ganzen Café wurde es andachtsstill. Doch diesmal bekam Bino keine schlechte Laune. &lt;br /&gt;Er begann plötzlich damit, „Kellner“ zu spielen. Brachte Kaffee und Sandwich zum Sitz- bzw. Steh-Platz – sonst muss man den vorn bei ihm abholen. Er beugte sich dabei ganz leicht nach vorn und hielt die Zunge schief. Er stellte die Tasse dreimal vor den Gast hin, nahm sie wieder weg, wischte den Tisch, stellte wieder hin. Das hatte er sich eindeutig bei seinem ungewollten britischen Zwilling abgeguckt. Kurze Zeit hielt das Schweigen noch an, doch dann lagen Stammgäste und Laufkundschaft gemeinsam vor Lachen am Boden. Auch Binos Mundwinkel zuckten ein Stück nach oben, was wirklich selten ist. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Natürlich dauerte es keine halbe Minute und Bino war wieder in ganz übler Verfassung. Er machte sich schweigend an seiner Kaffeemaschine zu schaffen und jeder kehrte wieder zu seiner Tasse oder seinem Glas Kaffee zurück. Der gute Mensch bestellte noch einmal, aber das heiterte Bino - der guten Umsatz nicht verachtet - keineswegs auf. Es ist ein Wunder, wie er es schaffte, mit dieser Laune noch den besten Caffè Latte der Welt zu kochen. Auch dafür wird es sicherlich niemals eine Erklärung geben.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5445847976938424806-4987989626685103578?l=linkaundleise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://linkaundleise.blogspot.com/feeds/4987989626685103578/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=5445847976938424806&amp;postID=4987989626685103578' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/4987989626685103578'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/4987989626685103578'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://linkaundleise.blogspot.com/2009/02/wie-mr-bino-zu-seinem-namen-kam.html' title='Wie Mr. Bino zu seinem Namen kam'/><author><name>Linka Kl.</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05617641676600432225</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_c1NZXXWW7-0/SHJ6fljcBuI/AAAAAAAAAAM/UQbHD_pjniQ/S220/R0015594.JPG'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5445847976938424806.post-2883435772543466975</id><published>2009-02-03T12:35:00.001-08:00</published><updated>2009-02-05T08:36:36.571-08:00</updated><title type='text'>Hamburg vs. Berlin</title><content type='html'>„Wer mich nervt“, warnte ich neulich meinen Freund und sprach nur so ganz allgemein, "der läuft in Gefahr, in meinem nächsten Blog die Hauptrolle zu spielen." &lt;br /&gt;„Da hast du selber Schuld, wenn du mir zuhörst“, entgegnete er mir. Wir liefen gerade mitten durch Prenzlauer Bergs schöne Stargarder Straße mit den vielen Studenten, den jungen Mamas und Papas, den Cafés und den alten Ossi-Konditoreien und stritten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mein Freund hatte mir am Tag nun schon zum 100 Male dargelegt, warum er keinesfalls in Berlin wohnen möchte und wenn doch, dann schon gar nicht hier. Diese Stadt habe sich zu einer gut gemachten Kopie von sich selbst entwickelt und er lehne es ab, in einer Scheinwelt spazieren zu gehen, geschweige denn zu wohnen. Hamburg dagegen sei - und das fand ich im Prinzip in Ordnung, weil ich dort herkomme - Hamburg sei viel eher eine Stadt, in der er sich willkommen fühle. Mein Freund, gebürtiger Bielefelder, muss es ja wissen. Als Hamburgerin gibt es in diesem Land jedoch nur eine Orientierung Richtung Großstadt und das ist nunmal Berlin. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich will dir nur eins sagen“, forderte ich ihn heraus, „wenn ich nicht so gebunden wäre an meinen Job, dann würde sofort in Berlin bleiben, eine Familie gründen und mir dann später überlegen, wie ich sie durchbringe, genau wie alle anderen hier in diesem Viertel. Ich finde das nämlich sehr inspirierend“. Ich zeigte auf eine ganz junge Frau, der dicke Babybeine vor dem Bauch baumelten und die sich, damit sie das Gleichgewicht nicht verlor,an den Griffen eines Buggys festhielt, in dem ein weiteres Kind saß. Es trug links und rechts geflochtene Zöpfe und dazu ein rosa Kleid mit roten Katzen. Dahinter schob ein Typ mit nach vorn gekämmten Haaren, in denen einen Sonnebrille stak, einen Nostalgie – Kinderwagen mit Inhalt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seit Anfang unserer Beziehung redete mein Freund von kleinen Kindern und wie schnell man sich doch dazu entscheiden sollte und wie reproduktiv er uns doch gemeinsam fände. Wg. meines Jobs war ich darauf bisher noch nicht eingegangen, doch sobald ich mich qua Urlaub über das Berliner Pflaster bewegte, änderte ich meine Meinung. &lt;br /&gt;„Ach“, sagte er. „Die spielen hier doch nur Kinderhaben, die meinen das nicht ernst. Kinder gehören hier dazu, wie die selbstbedruckten T-Shirts mit meinungslosem Aufdruck“.&lt;br /&gt;„Ja eben“, sagte ich. „Sie gehören dazu. In Hamburg kann man es sich nicht einmal leisten, an Kinder zu denken. Schon vor der Zeugung braucht man einen zugesicherten Kindergartenplatz. Hier gibt es offensichtlich noch ein paar freie Brutplätze, von denen aus die Eltern mit Leichtigkeit losfliegen können, um Nahrung zu holen“. &lt;br /&gt;„ Ja“, sagte mein Freund, „aber bevor sie losfliegen um Nahrung zu holen, setzen sie ihre Sonnenbrillen auf“. &lt;br /&gt;„In Hamburg“, gab ich zur Antwort, „ist das doch noch viel krasser. Da gibt es viel schlimmere Viertel, in denen die Eltern nicht ohne ihr Gucci, ihre Markensandalen und das Börsenblatt auf den Spielplatz gehen. Wir wohnen sogar in so einem Viertel.“ &lt;br /&gt;„Wenn ich mich nicht irre“, sagte er, „ist deine Sonnenbrille auch von Gucci und deine Schuhe sehen zwar aus wie die von Jesus, aber in Wirklichkeit hast du dafür sicher 250 Euros ausgegeben.“&lt;br /&gt;„Ich verdiene ja auch entsprechend viel Geld in einem Job mit festen Arbeitszeiten“, entgegnete ich ihm und verfiel dabei schon ein wenig in einen von mir sonst gemiedenen Pfeffersack-Dialekt. &lt;br /&gt;„Ne“, sagte er, „du bist eben eine echte Hamburgerin und die Hamburger legen Wert auf Etikette, dahinter aber schlägt ihr großes weites Herz. Der Berliner dagegen schwört der Etikette ab und gerade deswegen, schau doch mal, sehen die hier alle so gleich aus. Und ich weiß nicht, was für ein Herz hinter dem T-Shirt-Aufdruck „Nuttenalarm“ schlägt“, beendete er seine Rede. &lt;br /&gt;Eben war so ein Fall von „Nuttenalarm“ hier auf dem Fahrrad vorbei gekommen und darin hatte eine dieser jungen stupsnasigen Mädchen mit Ponyhaarschnitt vorne und hinten irgendwie lang gesteckt. Es war kalt und sie hatte sich über das T-Shirt eine Second-Hand-Lederjacke geworfen. Sie war dünn und ausgehungert und sah doch so aus, als würden sie nichts weiter brauchen als ihr Fahrrad, mit dem sie durch die riesengroße Hauptstadt fuhr. &lt;br /&gt;Von diesen Mädchen und Jungs gab es in der Tat mehrere. &lt;br /&gt;„Der Berliner hat ein Herz wie jeder andere“, entgegnete ich, aber nur, weil ich die Lust verlor, weiter über die Bewohner vom Prenzlauer Berg zu reden. Als guter Mensch von Eimsbüttel hatte ich mich sowieso schon viel zu weit aus dem Fenster gehängt.&lt;br /&gt;„Weißt du was“, sagte ich, „im Gegensatz zu mir passt du hier sogar noch viel besser hin, als ich, schau doch mal auf dein eigenes T-Shirt“. Gerade hatte mein Freund sich als Freiberuflicher selbständig gemacht. Auf seinem Shirt, das er entworfen hatte, stand: Ich bin Freier. &lt;br /&gt;„Und wenn du weiter rummeckerst über Berlin“, drohte ich, „dann fahre ich allein nach Hause und lass dich einfach hier stehen, dann bin ich noch freier.“&lt;br /&gt;Nun war mein Freund gereizt. &lt;br /&gt; „Wer mich nervt...“ drohte er, aber ihm fiel nichts ein. Danach hatte er wieder gute Laune und ich auch. Denn ich hatte nun endlich ein Thema, das ich posten konnte. Da capo al fine.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5445847976938424806-2883435772543466975?l=linkaundleise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://linkaundleise.blogspot.com/feeds/2883435772543466975/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=5445847976938424806&amp;postID=2883435772543466975' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/2883435772543466975'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/2883435772543466975'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://linkaundleise.blogspot.com/2009/02/hamburg-vs-berlin.html' title='Hamburg vs. Berlin'/><author><name>Linka Kl.</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05617641676600432225</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_c1NZXXWW7-0/SHJ6fljcBuI/AAAAAAAAAAM/UQbHD_pjniQ/S220/R0015594.JPG'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5445847976938424806.post-3058701613930132004</id><published>2009-02-02T12:14:00.000-08:00</published><updated>2009-02-04T11:37:34.423-08:00</updated><title type='text'>Der gute Mensch und die Eltern - Teil 1</title><content type='html'>Eine große und nicht größer werden wollende Bevölkerungsgruppe ist auf dem Weg, bereit, mein friedliches Kaffeehausdasein zu beenden. Es sind die neuen Eltern von Eimsbüttel, die in unbestimmten und vorher nicht absehbaren Abständen in meiner Kaffeebar zusammentreffen, nachdem sie ihre Kinder im nahe gelegenen Kindergarten abgegeben haben. Diese Eltern oder sollte ich sagen "Menschen mit Kindern" haben ein gestörtes und schädliches Sozialverhalten. Sie sind laut, klauen sich alle Sitzgelegenheiten, sie lassen niemanden durch zu den freien Plätzen am Fenster. Am schlimmsten: Wegen ihrer riesigen und nie enden wollenden Getränkebestellung müssen alle anderen unerträglich lang auf Kaffee warten. Ihre Bestellungen rufen sie Bino und seiner Tochter am Zapfhahn zu, als wären beide römische Sklaven. Zum Glück haben sie keine Kinderwagen dabei, denn die würden sie sicher noch wie einen chaotischen Schutzwall um sich herum aufbauen, gleich der Planwagenfestung bei den ersten europäischen Siedlern in der neuen Welt, kurz vor Angriff der bösen Ureinwohner. Und wir, die Frühstücksindianer, wollten doch nur mal eben unsere Büffel dort weiden lassen, wo die neuen Siedler jetzt Quartier machen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Früher waren diese Eltern einmal ganz anders. Das will ich gern glauben. Aber seit Geburt von Jonas, Mia, Marie und etc. haben sie sich in Wesen verwandelt, die zum Schutz der eigenen Kinder bereit wären, zu töten. Und deswegen trainieren sie überall im Viertel ein spezifisch aggressives Verhalten. In ihren Augen sieht es aus wie Verteidigung (siehe Planwagenfestung). Aber dieses Verhalten haben sie selbst dann drauf, wenn sie ohne Kinder auf die Straße treten und nichts da ist, was sie evolutionsbedingt verteidigen müssten. Wer schon einmal auf dem Gehweg von einer Frau mit Kinderwagen ohne Kind drin umgefahren wurde, wird das typisch gewaltbereite Verhalten von jungen Eltern bestätigen. Diese Menschen sind einfach für den Rest ihres Lebens verdammt anderen das Leben zur Hölle zu machen. Und darum komme ich zu dem Ausspruch: Das schlimme am Kinderhaben sind nicht die Kinder, sondern die Eltern. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ihre größte Zerstörungswaffe am Morgen ist die interne und durch Lautstärke nach außen dringende Kommunikation. Das geht so: 10 Eltern erzählen gleichzeitig, was ihr Kind am Wochenende gemacht hat. "Und da hat er doch gesagt, Mama, warum musst du denn jeden Tag arbeiten gehen, ich muss doch auch nicht zur Arbeit, haha" oder "Warst du mit deiner Tochter schon mal bei der Begabtenförderung?" oder "Wir machen ja jetzt immer dieses Abendritual „wule wule wule“ und seitdem funktioniert es ganz wunderbar, keine Probleme mehr beim Einschlafen". &lt;br /&gt;Ich gebe zu , einzeln hören sich diese Sätze harmlos an. Man muss sich das aber filmisch vorstellen, wenn alle Stimmen übereinander gelegt werden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als guter Mensch denke ich natürlich, die Eltern müssen diese Geschichten erzählen, wegen der Katharsis. Die empfinden sie nämlich als Erzähler ihres häuslichen Dramas. Der Zuhörer, besonders der unfreiwillige, der traditionsreich durch erzählte Geschichten eine Erlösung finden sollte, wird durch solche Szenen dagegen traumatisiert. Aber das ahnen diese Menschen nicht. Sie sind Eltern qua Geburt ihrer Kinder und davon überzeugt, dass sie der Gesellschaft einen Dienst geleistet haben und deswegen nun auch auf niemanden mehr Rücksicht nehmen müssen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eltern, diese Menschen im reifen Alter, sollten es eigentlich besser wissen. Aber als Mutter oder Vater kann man gar nicht alt genug sein, man bleibt immer irgendwie kindisch und ein wenig unfähig und unerzogen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Angst davor, zu so einem ignoranten gesellschaftsschädigendem Wesen zu werden wie die, beschäftigt mich besonders deswegen, weil sich seit noch kürzerem herausgestellt hat, dass meine Gastritis von neulich – siehe unten – die Ankündigung von eigenem Nachwuchs verdeckt hat. Neben großer Freude, fühle ich mich nun gezwungen, mein Sozialverhalten täglich kritisch zu betrachten. Ich will niemals werden wie die. Ich als Kaffehaustesterin will weiterhin friedlich der Kaffeebohne auf der Spur bleiben. In den wenigen Minuten am Tag, die mir dafür überhaupt noch bleiben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und ich will, dass mein Kind glücklich wird, so glücklich wie ursprünglich ein Indianerbaby. Falls ich jedoch schlechtes Siedlerverhalten an den Tag lege, gebe ich mein Kind einem indogenen Volk zur Aufzucht, evtl. sogar den Seminolen, die in den USA vor kurzer Zeit die Hardrock-Café-Kette gekauft habe. &lt;br /&gt;Dann könnte der gute Mensch weiterhin gut bleiben und sein eigenes Kind vor einem schlechten Vorbild schützen. Aber vielleicht bin ich dazu auch viel zu egoistisch, wer weiß, was so alles passiert, sobald man das kleine Bündel in den Händen hält. &lt;br /&gt;Und jetzt mal alle weg da, ich muss zum Klo und zwar andauernd. Und wenn ich vor die Tür trete, macht eure Friedenspfeifen aus, der Rauch schadet mir. Bino! Her mit dem zweiten Café Latte. Aber Pronto.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5445847976938424806-3058701613930132004?l=linkaundleise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://linkaundleise.blogspot.com/feeds/3058701613930132004/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=5445847976938424806&amp;postID=3058701613930132004' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/3058701613930132004'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/3058701613930132004'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://linkaundleise.blogspot.com/2009/02/der-gute-mensch-und-die-eltern-teil-1.html' title='Der gute Mensch und die Eltern - Teil 1'/><author><name>Linka Kl.</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05617641676600432225</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_c1NZXXWW7-0/SHJ6fljcBuI/AAAAAAAAAAM/UQbHD_pjniQ/S220/R0015594.JPG'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5445847976938424806.post-956148592173368233</id><published>2009-01-31T01:11:00.000-08:00</published><updated>2009-01-31T01:27:37.890-08:00</updated><title type='text'>Wie der gute Mensch zum guten Menschen wurde I</title><content type='html'>Dass ich der gute Mensch von Eimsbüttel bin, ist inzwischen hinreichend bekannt. Doch ich war nicht immer so.  Mein Amt habe ich quasi erst angetreten, als meine Großmutter starb. Natürlich wusste ich nicht gleich davon, es kam ganz langsam. Das war so: &lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Omi hat mich Zeit ihres Lebens mit Geld aus ihrem  „Sparstrumpf“ versorgt. Wenn ich mal knapp bei Kasse war und das schon zur Mitte des Monats, ging ich sie besuchen und sie zauberte aus dem  Strumpf, den sie anhatte, einen Geldschein. Sie hatte den Schein extra dort deponiert bevor ich kam, damit Opi nicht sehen konnte, dass sie mir Geld gab. &lt;br /&gt;Ich besuchte sie oft, auch noch, als Opi schon tot war und sie mir das Geld nicht mehr heimlich zustecken musste. Den Trick mit dem Sparstrumpf behielt sie bei, solange ich sie besuchte. Wir hatten darin genügend Routine gesammelt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Omi war ein guter Mensch und war auch in der Nachbarschaft aktiv. Natürlich verteilte sie hier kein Geld, sie erbrachte eher soziale Leistungen. Sie zog  morgens mit ihrem „Hackenporsche“, dem Einkaufsroller  los und kam erst mittags zurück, weil sie unterwegs oft stehen blieb, um mit anderen alten Eimsbüttlern zu klönen und um ungefragte Ratschläge zu verteilen. &lt;br /&gt;Der wichtigste Mensch in ihrem Leben war mein Großvater, der auch viel Aufmerksamkeit benötigte. Das Leben ohne ihn bekam ihr nicht. Opi war noch nicht lange im Himmel und zugleich unter der Erde, da flog sie ihm hinterher und wir mussten auch sie beerdigen. Es war sehr traurig. In ihrem Testament bedachte sie mich großzügig. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von nun an war ich keine arme Studentin mehr und das war für mich ein Grund zum Feiern. Ich lud Leute ein, bezahlte meinem Freund einen Skiurlaub, in den ich ohne ihn nie gefahren wäre, weil ich Schnee eigentlich nicht mag. Ich kaufte und das Geld floss, die Zeit zwischen den Gängen zum Geldautomat wurde immer kürzer. &lt;br /&gt;Ich war süchtig danach, das Geld umzusetzen in etwas, was ich nicht festhalten konnte. Ich dachte häufiger an Omi und versprach ihr, irgendwann damit aufzuhören, doch das nütze nichts, da ich es mir ja selbst nicht versprochen hatte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Verstärkt wurde meine Illusion, dass ich alles bald wieder auffüllen würde, dadurch, dass ich gleich nach dem Studium einen Job in der Plattenindustrie bekam. Ich kam zu diesem Job wie die Jungfrau zum Kind und ich weiß nicht genau, ob Omi nicht dabei auch noch ihre Finger im Spiel gehabt hatte. Von oben natürlich.  Für den Anfang verdiente ich wirklich nicht schlecht und daher sah ich auch gar keine Grund, auf die Bremse zu treten. &lt;br /&gt;Im Musikbusiness hat jeder irgendwie Geld. Die Künstler sowieso. Die großen zumindest. Sie haben über Millionen von Platten verkauft, hatten ebenso ausverkauften Touren, sie machen das seit Jahren. Wozu noch sparen?  Genau das war ja meine Philosophie. Und deshalb fiel es mir auch nicht schwer, es genauso wie sie zu machen.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eines Tages bekam ich ein Schreiben von der Bank, sie boten mir einen Kredit an. Da wusste ich, dass ich zu weit gegangen war. Ich fuhr zu Omi auf den Friedhof, entschuldigte mich. Es nützte nichts, das Geld kam nicht wieder. Ich nahm den Kredit auf, forderte mehr Gehalt, bekam mehr und hatte weniger. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das machte mich unglücklich und wenn eine Frau unglücklich ist, dann geht sie Kleider kaufen. Und findet auch unter den armseligsten Umständen dafür eine Vorwand, z. B. Ich habe da morgen eine besondere Präsentation, brauche also noch ein neues Oberteil.  Meinen Freunden gegenüber konnte ich die eingeübte Großzügigkeite auch so schnell nicht einstellen und daher riss das Loch immer weiter ein und da ich einen guten Arbeitgeber habe, bot mir meine Bank, die ja erstmal großzügig ist, einen neuen Kredit. Und dann eines Tages kam ein Anruf von der Bank, es täte ihnen sehr leid, aber nun gäbe es keine Kredite mehr, nur dass ich es wüsste. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wieder ging ich zu Omi ans Grab, entschuldigte mich dafür, dass ich alles und darüber hinaus ausgegeben hatte. Gib mir ein letztes Zeichen, bat ich, vorbei an der grauen Autobahnbrücke, die über den Friedhof führte, in den Himmel blickend. Ich weinte sogar ein paar Tränen. Doch Omi konnte ja nun nicht mehr antworten. Also sagte ich mir: Das erste Zeichen, das ich finde, das erste, was ich spontan erblicke, wird mir Antworte geben auf die Frage: Wie soll ich weiter machen? Am Ausgang vom Friedhof fiel mein Blick auf eine alte Omi, die so wackelig war, dass sie sich, um ihren Strumpf hochzuziehen, an einem Friedhofswasserhahn festhalten musste. Der Kniestrumpf hatte diese besondere dunkelbraune Farbe, die ich von Omi her kannte. Plötzlich begriff ich: du kannst nicht weiter nach dem Strumpf einer alten Dame schielen und sogar einer, die zu schwach ist, um grade zu stehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seit diesem Tag habe ich mein Leben geändert. Ich halte alten wackeligen Damen die Türen auf, ich versorge meine Nachbarn mit guter Laune. Ich gehe nicht mehr aus, sondern treibe mich im Viertel und Cafés herum und zwar im selben Viertel, in dem Omi früher mit ihrem Hackenporsche loszog.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vielleicht winkte mir Omi manchmal noch aus der  Wolke, wenn ich in Eimsbüttel tätig bin. Aber andererseits glaube ich, sie hat sich jetzt endlich zur Ruhe gesetzt. Neulich war ich nochmal am Grab und sagte: „Mach dir keine Sorgen Omi, zumindest Eimsbüttel kriege ich schon im  Griff. Und was mein Konto angeht, das wird schon...“. Ich schluckte. „Jedenfalls danke für das gute Erbe und für Eimsbüttel.“&lt;br /&gt;Und da schaute sie ein letztes Mal aus der Wolke und lächelte.  &lt;br /&gt;Da wusste ich: wenn ich so weiter mache, werde ich eines Tages wahrscheinlich einen eigenen Sparstrumpf besitzen. Aber bis dahin bin und bleib ich der gute Mensch von Eimsbüttel.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5445847976938424806-956148592173368233?l=linkaundleise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://linkaundleise.blogspot.com/feeds/956148592173368233/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=5445847976938424806&amp;postID=956148592173368233' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/956148592173368233'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/956148592173368233'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://linkaundleise.blogspot.com/2009/01/wie-der-gute-mensch-zum-guten-menschen.html' title='Wie der gute Mensch zum guten Menschen wurde I'/><author><name>Linka Kl.</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05617641676600432225</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_c1NZXXWW7-0/SHJ6fljcBuI/AAAAAAAAAAM/UQbHD_pjniQ/S220/R0015594.JPG'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5445847976938424806.post-4732974148313836632</id><published>2009-01-29T12:38:00.000-08:00</published><updated>2009-01-29T13:59:36.381-08:00</updated><title type='text'>Ein neuer Kaffomat</title><content type='html'>Trotz Grippe-Flash, der drohenden Wechseljahre, der Unzuverlässigkeit der Männer in der Haushaltsführung und des grassierenden Verkehrspolizistentraumas,  kann ich sagen:  es geht dem guten Mensch von  Eimsbüttel wieder gut.&lt;br /&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;span style="color: rgb(0, 0, 0);"&gt;Die Gastritis - oder hatten wir das Thema schon? ist einer aufwendigen Zahnhalsentzündung gewichen. Darum hat der gute Mensch auch in letzter Zeit nicht mehr allzuviel gegessen, ergo die Jeans sitzen jetzt besser als vor Weihnachten. Derartig abgespeckt kann der Februar, der nicht kommt, jetzt endlich kommen. Das denkt bestimmt auch Bino, er hat anfang des Jahres neue Bänke gekauft und Tisch und Stühle nach draußen gestellt. Und pünktlich zur Saison den Flachbildschirm und die Kaffeemaschine erneuert. &lt;/span&gt; &lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;span style="color: rgb(0, 0, 0);"&gt;„Wurde auch mal Zeit“, sage ich mitfühlend, als ich an der Theke stehe und angesichts des neuen Kaffomats meine Bestellung aufgeben will.  Aber Bino, der schlechtgelaunteste Kaffeehausbesizter italienischer Provenienz in ganz Eimsbüttel versteht meine zärtlichen Gefühle für seine alte Maschine falsch. Ich bin der Gute Mensch: Ich habe Mitleid, weil die alte Maschine soviele Kaffees kochen musste, bis zum Ende. Bino versteht mich allerdings so: Wurde auch Zeit, dass das Schrotteil weggekommen ist. &lt;/span&gt; &lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;span style="color: rgb(0, 0, 0);"&gt;Das habe ich mit keinem Wort gedacht. Aber er. Und es rächt sich auch, überhaupt etwas gesagt zu haben. Denn als ich "Wie immer" bestelle, ist Bino aus dem Konzept und ich muss ihm auf die Sprünge helfen. Er scheint schlagartig vergessen zu haben, was ich gern trinke. &lt;/span&gt; &lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;span style="color: rgb(0, 0, 0);"&gt;Fehlt nur noch, dass er meinen Namen vergisst. Den habe ich mir nämlich sorgsam und mit viel Aufwand bei ihm ertrunken. Durch viele Male, die ich bei ihm war, viele Caffe Lattes, die ich  mit Leidenschaft, Hingabe und Liebe getrunken habe und zwar gekocht von der alten Maschine. Jetzt haben wir sie zu Tode getrunken. Und dürfen nicht mal trauern.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;span style="color: rgb(0, 0, 0);"&gt; "Neue Maschine, Bino?", eine von den zahlreichen mir an Jahren und Karrierestufen ebenbürtigen Frauen kommt an die  Theke. "Na", antwortet Tino schlechtgelaunt, so eine Mischung aus Ja und Nein. Die Kollegin enthält sich nun auch eines weiteren Kommentars. Sondern bestellt "wie immer". Bino schaut sie an. "Caffee Latte im Glas" hilft sie ihm auf die Sprünge. Er nickt. Ich nicke. Und verstehe. Er hat meinen Kaffeewunsch nicht aus Rache vergesssen. &lt;/span&gt; &lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;span style="color: rgb(0, 0, 0);"&gt;Es ist alles nur wegen der neuen Maschine, die die alten Erinnrugen gelöscht hat.&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;span style="color: rgb(0, 0, 0);"&gt;Wenigstens schmeckt der Kaffee, den ich drei Minuten später an der  Theke abhole, genauso wie vorher. Wie Bino das hinbekommt, ist mir ein Rätsel.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5445847976938424806-4732974148313836632?l=linkaundleise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://linkaundleise.blogspot.com/feeds/4732974148313836632/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=5445847976938424806&amp;postID=4732974148313836632' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/4732974148313836632'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/4732974148313836632'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://linkaundleise.blogspot.com/2009/01/ein-neuer-kaffomat.html' title='Ein neuer Kaffomat'/><author><name>Linka Kl.</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05617641676600432225</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_c1NZXXWW7-0/SHJ6fljcBuI/AAAAAAAAAAM/UQbHD_pjniQ/S220/R0015594.JPG'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-5445847976938424806.post-7391744305641495421</id><published>2008-06-27T01:15:00.000-07:00</published><updated>2008-07-07T13:09:26.289-07:00</updated><title type='text'>Der gute Mensch hat keine Gummihandschuhe</title><content type='html'>&lt;span style="font-family:Trebuchet MS,sans-serif;"&gt;Es gibt bestimmte Dinge, die man nicht ändern kann. Z. B. wenn einen jemand nicht mehr liebt oder viel schlimmer, wenn man selbst aufhört zu lieben. Nicht ändern kann man, wenn jemand stirbt. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;p style="margin-bottom: 0.5cm;"&gt;&lt;span style="font-family:Trebuchet MS, sans-serif;"&gt;Tatsächlich kann man aber soviel tun: Hunger und Not lindern, Kriege verhindern und dafür sorgen, dass es den Menschen im Viertel besser geht. Ich als guter Mensch von Eimsbüttel habe einen ganzen Katalog mit änderbaren Dingen auf Lager. Nur heute,  am ersten Samstag im Juni, könnte ich etwas ändern, aber ich stoße als guter Mensch mal wieder an meine Grenzen. Ich habe meinen Postkastenschlüssel verloren und ich weiß sogar wo. Ich hoffe für ihn, dass er noch ein aufregendes Leben führen wird. Er liegt unten in einem der Ascheimer im Keller irgendwo in einer der beiden schlimmsten Mülltüten, die ich je produziert habe. Ich werde ihn dort für immer oder zumindest bis zum nächsten Dienstag, wenn die Müllabfuhr kommt, ruhen lassen müssen. Ich werde die Mühen des Schlossaustausches auf mich nehmen, werde Kosten nicht scheuen, werde auf erwartete Briefe verzichten... alles nur, damit ich den Mülleimer nicht nochmal aufklappen muss, um nach dem Schlüssel zu suchen. Dafür ist sich der gute Mensch einfach zu gut. In fremde Geschichten eindringen und fremdem Psychen rumwühlen: Oh ja bitte. Aber im eigenen Dreck wühlen? Das ist abstoßend. Das schaffe ich einfach nicht.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="margin-bottom: 0.5cm;"&gt;&lt;span style="font-family:Trebuchet MS, sans-serif;"&gt;Ich will auch gar nicht erzählen, was ich alles heute weggeschmissen habe und worin der Postkastenschlüssel heute gerutscht ist. Mir ist nur eines klar: Ich werde mich nicht mit meinem ganzen Körper in den Ascheimer beugen und dort mit den Gärungsprozessen dieser Welt in Kontakt geraten. Ich will einfach mit sauberen Händen (ich werde mir nachher zur Feier des Tages die Finger lackieren) in meiner Wohnung sitzen und mich darüber freuen, dass endlich alles sauber ist. Ich will gepflegt an das Elend der Welt denken, wenn ich die Süddeutsche lese, aber ich will meine Hände nicht wieder darein tauchen, wo die heute dank meiner Sauberkeitswut produzierten Tüten gelandet sind. &lt;/span&gt; &lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0.5cm;"&gt;&lt;span style="font-family:Trebuchet MS, sans-serif;"&gt;Ich habe schon beim Hausmeister angerufen.  Er hat schon manchmal meine mangelnde Koordination im Haushalt ausgeglichen. Vor 50 Jahren hätte sich jede gute Hausfrau Gummihandschuhe angezogen und das ganze hinter sich gebracht. Aber ich nicht. Ich bin keine gute Hausfrau und ich bin auch nicht vor 50 Jahren. Ich bin der gute Mensch von Eimsbüttel. Manchmal denke ich, dass ich ganz in meiner Nähe neben dem Hausmeister noch einen besseren Menschen gebrauchen könnte. &lt;/span&gt; &lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/5445847976938424806-7391744305641495421?l=linkaundleise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://linkaundleise.blogspot.com/feeds/7391744305641495421/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=5445847976938424806&amp;postID=7391744305641495421' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/7391744305641495421'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/5445847976938424806/posts/default/7391744305641495421'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://linkaundleise.blogspot.com/2008/06/der-gute-mensch-stsst-seine-grenzen.html' title='Der gute Mensch hat keine Gummihandschuhe'/><author><name>Linka Kl.</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05617641676600432225</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_c1NZXXWW7-0/SHJ6fljcBuI/AAAAAAAAAAM/UQbHD_pjniQ/S220/R0015594.JPG'/></author><thr:total>0</thr:total></entry></feed>
